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Wirbel um "Schwarzfahren" - Städte verwenden Begriff nicht mehr

Wirbel ums Schwarzfahren: Viele Verkehrsbetriebe verwenden den Betriff schon länger nicht mehr. Andere sehen darin aber kein Problem.

Wirbel ums Schwarzfahren: Viele Verkehrsbetriebe verwenden den Betriff schon länger nicht mehr. Andere sehen darin aber kein Problem.

Bild: Daniel Reinhardt

Wirbel ums Schwarzfahren: Viele Verkehrsbetriebe verwenden den Betriff schon länger nicht mehr. Andere sehen darin aber kein Problem.

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Wirbel ums Schwarzfahren: Viele Verkehrsbetriebe verwenden den Betriff schon länger nicht mehr. Andere sehen darin aber kein Problem.
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Von Allgäuer Zeitung
09.07.2021 | Stand: 17:20 Uhr

Ist der Begriff "Schwarzfahren" rassistisch? Ein Bericht der Bildzeitung hat eine Diskussion um diese Frage ausgelöst. Das Blatt hatte darüber berichtet, dass mehrere deutsche Großstädte auf den Begriff verzichten, um möglichen Vorwürfen zu entgehen, es werde rassistische Sprache verwendet.

In den Städten München, Nürnberg und Berlin verzichten die Anbieter des Öffentlichen Nahverkehrs tatsächlich schon länger auf den Begriff "Schwarzfahren". Dies sei bereits seit Jahren so, hieß es beispielsweise von den Verkehrsbetrieben der beiden größten bayerischen Städte. "Plakate mit dem Begriff "Schwarzfahren" verwendet die MVG schon seit einigen Jahren nicht mehr", hieß es aus München. In Nürnberg werde der Begriff "Fahren ohne gültigen Fahrausweis" verwendet, sagte eine Sprecherin am Freitag.

Eine Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) berichtete, der Begriff werde - mit Ausnahme einer satirischen Werbekampagne vor einigen Jahren - auch in der Hauptstadt nicht verwendet. Auch hier heiße es stattdessen Fahren ohne gültigen Fahrausweis oder eben, dass man einen gültigen Fahrausweis brauche. Berlin hatte auch im September 2020 ein "Diversity-Landesprogramm" vorgestellt, in dem die Verwaltung grundsätzlich aufgefordert wird, sensibel mit Sprache umzugehen. Darin sind laut Sprecher aber keine Vorgaben enthalten.

Viele Verkehrsbetriebe verwenden "Schwarzfahren" nicht mehr

Tatsächlich dürfte die Herkunft des Begriffes "Schwarzfahren" ohnehin nichts mit der Hautfarbe von Menschen zu tun haben. „'Schwarzfahren' hat nichts mit der Hautfarbe zu tun, sondern leitet sich im Ursprung vom jiddischen Begriff „shvarts“ – also „arm“ – ab“, erklärte Tim Stein, Sprecher der Magdeburger Verkehrsbetreibe, gegenüber der Magdeburger Volksstimme. Deshalb wolle man vorerst an den Begrifflichkeiten festhalten.

Der Verein "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V." hatte sich bereits im Januar 2019 dafür ausgesprochen, das Wort "Schwarzfahren" nicht mehr zu verwenden. "Ungeachtet der Frage, ob der Begriff schon ursprünglich für die Herabwürdigung von Schwarzen Menschen durch die Assoziation mit Illegalität, strafbarem Verhalten, Betrug, dem Erschleichen von Leistungen, dem verdächtig- und Fehl-am-Platz Sein verwendet wurde, entfaltet er in der rassistischen Gegenwart in Deutschland seit Jahrzehnten eben diese Wirkung", hieß es damals.

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