Polizei attackiert

Worum geht es bei der Krawalle in Leipzig? - Weiterer Demo-Abend steht bevor

Bereitschaftspolizisten stehen auf einer Straße, während Demonstranten gegen die Räumung eines besetzten Hauses in Leipzig protestieren. Aktivisten der Gruppe «Leipzig besetzen» hatten am 21. August ein leerstehendes Haus in Leipzig besetzt. Der Eigentümer stellte eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei räumte am Mittwoch (2.9.) das Objekt.

Bereitschaftspolizisten stehen auf einer Straße, während Demonstranten gegen die Räumung eines besetzten Hauses in Leipzig protestieren. Aktivisten der Gruppe «Leipzig besetzen» hatten am 21. August ein leerstehendes Haus in Leipzig besetzt. Der Eigentümer stellte eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei räumte am Mittwoch (2.9.) das Objekt.

Bild: Jan Woitas, dpa

Bereitschaftspolizisten stehen auf einer Straße, während Demonstranten gegen die Räumung eines besetzten Hauses in Leipzig protestieren. Aktivisten der Gruppe «Leipzig besetzen» hatten am 21. August ein leerstehendes Haus in Leipzig besetzt. Der Eigentümer stellte eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei räumte am Mittwoch (2.9.) das Objekt.

Bild: Jan Woitas, dpa

Nach zwei Hausbesetzungen erlebt Leipzig heftige Ausschreitungen. An zwei Abenden in Folge werden aus Demos heraus Polizisten mit Steinen attackiert.

Bereitschaftspolizisten stehen auf einer Straße, während Demonstranten gegen die Räumung eines besetzten Hauses in Leipzig protestieren. Aktivisten der Gruppe «Leipzig besetzen» hatten am 21. August ein leerstehendes Haus in Leipzig besetzt. Der Eigentümer stellte eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei räumte am Mittwoch (2.9.) das Objekt.
dpa
05.09.2020 | Stand: 14:14 Uhr

Zwei Krawallnächte in Folge haben in Leipzig Empörung ausgelöst. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verurteilte die Gewaltausbrüche mutmaßlicher Linksextremisten am Samstag "aufs Schärfste". Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar schrieb auf Twitter, Gewalt sei keine Lösung und kontraproduktiv in der Debatte um bezahlbare Mieten. Die Demonstrationen am Donnerstag- und Freitagabend waren Reaktionen auf zwei Hausbesetzungen in Leipzig, die jeweils von der Polizei beendet worden waren.

Vermummte werfen Steine und Flaschen auf Polizei in Leipzig

Aus den teils sehr aggressiven Aufzügen im Leipziger Osten und im Stadtteil Connewitz heraus warfen Vermummte Steine und Flaschen auf die Polizei. Mehrere Beamte wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt. Zudem wurden mehrere Autos beschädigt. Während des Einsatzes am Freitagabend fuhren zwei Polizeiwagen im Steinhagel mit relativ hoher Geschwindigkeit aufeinander auf. Barrikaden aus angezündeten Mülltonnen legten den Straßenbahnverkehr lahm. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Festnahmen gab es am Freitagabend laut Polizei nicht. Die Beamten sicherten aber zahlreiche Spuren. Noch in der Nacht sammelten sie die Steine ein, mit denen die Autos und Einsatzkräfte beworfen worden waren. Sie packten die Wurfgeschossen einzeln in Papiertüten und nahmen sie mit. Auch vor der Polizeistation in Connewitz, die ebenfalls mit Steinen beschmissen worden war, wurden noch in der Nacht Spuren gesichert. (Lesen Sie auch: Nach Krawallen: Videoüberwachung in Stuttgart beschlossen)

Wohnungs-Situation in Leipzig: Steigende Mieten und Verdrängungsdruck

Mit den Besetzungen und den gewalttätigen Auseinandersetzungen habe die Debatte um bezahlbaren Wohnraum einen schweren Rückschlag erlitten, erklärte Rathauschef Jung am Samstag. "Man schafft keinen Wohnraum, indem man Polizisten angreift und Barrikaden anzündet." Die wichtige Wohnraumdebatte werde nun deutlich schwerer, denn jetzt müsse erst verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Leipzig kämpft wie andere Großstädte auch mit steigenden Mieten und Verdrängungsdruck.

Auch die Leipziger Grünen verurteilten die Steinwürfe und brennenden Barrikaden scharf. Allerdings müsse man sich mit den Ursachen der Besetzungen und der Randale auseinandersetzen. Leerstehende Häuser dürften keine Spekulationsobjekte sein.

Unterdessen bereitete sich die Polizei am Samstag auf einen weiteren Einsatz vor. Am Abend sei im Stadtteil Connewitz eine Demonstration unter dem Motto "Kämpfe verbinden - Für eine solidarische Nachbar*innenschaft" angemeldet, teilte die Polizei mit. Nach Angaben der Stadt wurden dafür 100 Teilnehmer angekündigt.