USA

"Papa hat die Welt verändert": Hunderte gedenken getötetem George Floyd in den USA

Ben Crump, Bürgerrechtsanwalt, nimmt an der Trauerfeier für George Floyd in der North Central University teil. Der Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis war der Auslöser für weltweite Demonstrationen.

Ben Crump, Bürgerrechtsanwalt, nimmt an der Trauerfeier für George Floyd in der North Central University teil. Der Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis war der Auslöser für weltweite Demonstrationen.

Bild: Bebeto Matthews, dpa/afp

Ben Crump, Bürgerrechtsanwalt, nimmt an der Trauerfeier für George Floyd in der North Central University teil. Der Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis war der Auslöser für weltweite Demonstrationen.

Bild: Bebeto Matthews, dpa/afp

Bei einer Feier haben Hunderte Menschen dem bei einem brutalen Polizeieinsatz gestorbenen George Floyd gedacht. Die Proteste in den USA gehen derweil weiter.

dpa
05.06.2020 | Stand: 10:10 Uhr

Bei einer Gedenkfeier für den bei einem brutalen Polizeieinsatz gestorbenen Afroamerikaner George Floyd in New York hat dessen jüngerer Bruder Terrence Floyd sich für die Anteilnahme bedankt. «Ich danke Gott dafür, dass ihr alle meinem Bruder so viel Liebe zeigt», sagte Terrence Floyd, der im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt, bei der Veranstaltung. Zu der Gedenkfeier waren Hunderte Menschen auf einen Platz in Brooklyn gekommen, danach zogen sie mit Plakaten und Sprechchören Richtung Manhattan weiter.

«Ich bin stolz auf die Proteste, aber ich bin nicht stolz auf die Zerstörung», sagte Floyd. Die Demonstrationen in New York waren in den vergangenen Tagen weitgehend friedlich abgelaufen, vereinzelt hatte es aber auch Gewalt und Plünderungen gegeben. «Darum ging es meinem Bruder nicht.» Auch Bürgermeister Bill de Blasio sprach bei der Gedenkveranstaltung. George Floyd dürfe nicht umsonst gestorben sein, sagte de Blasio. «Wir müssen friedliche Veränderungen vornehmen.» Der Bürgermeister wurde aber von den Demonstranten ausgebuht. Viele werfen ihm vor, auf der Seite der Polizei zu stehen und nicht ausreichend gegen Polizeibrutalität in New York vorzugehen.

Floyd war in der vergangenen Woche bei einer brutalen Festnahme in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota gestorben. Seitdem gibt es im ganzen Land Demonstrationen und Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität.

Bei einer Spendenkampagne für die sechs Jahre alte Tochter Floyds sind inzwischen mehr als 1,5 Millionen US-Dollar (1,34 Millionen Euro) zusammengekommen. Der frühere NBA-Basketballspieler Stephen Jackson, der mit Floyd befreundet gewesen war, hatte am Montag auf Instagram ein Video eingestellt, in dem Gianna auf seinen Schultern sitzt und sagt: «Papa hat die Welt verändert».

Gianna und ihre Mutter Roxie sprachen auch mit dem Fernsehsender ABC. «Ich vermisse ihn», sagte das Mädchen auf die Frage der Journalisten, was sie den Menschen über ihren Vater sagen wolle. Er habe immer mit ihr gespielt, sagte das Mädchen weiter. 

Jacob Frey (M), Bürgermeister von Minneapolis, kniet vor dem Sarg von George Floyd bei der Trauerfeier in der North Central University.
Jacob Frey (M), Bürgermeister von Minneapolis, kniet vor dem Sarg von George Floyd bei der Trauerfeier in der North Central University.
Bild: Bebeto Matthews, dpa/ap

US-Medienberichten zufolge will auch der Rapper Kanye West (42) Floyds Familie unterstützen. Er habe unter anderem einen Ausbildungsfond für Gianna eingerichtet, wie der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf einen Sprecher berichtete.

Unterdessen kam es in den USA erneut in mehreren Großstädten zu friedlichen Demonstrationen gegen rassistische Gewalt. In New York, Washington, Minneapolis, Atlanta und Los Angeles gingen am Donnerstag jeweils Hunderte Menschen auf die Straßen, um ein Ende von Polizeigewalt, Rassismus und anhaltender Ungleichheit zu fordern. Vielerorts halten die Proteste nun schon seit gut einer Woche an.

Vor dem Weißen Haus in der Hauptstadt Washington wurden die Sicherheitsmaßnahmen angesichts der anhaltenden Proteste nochmals verstärkt. Dort waren Hunderte Nationalgardisten und andere Sicherheitskräfte des Bundes in schwerer Ausrüstung zugegen

Bilderstrecke

Nach Tod von George Floyd: Proteste gegen Rassismus in den USA eskalieren