Südkaukasus

Armenien und Aserbaidschan liefern sich schwere Kämpfe in Berg-Karabach

Ein Mann steht in den Ruinen eines Mehrfamilienhauses, das angeblich während der Kämpfe um die Region Berg-Karabach durch kürzliche Bombardierungen beschädigt wurde. Die beiden verfeindeten Republiken Armenien und Aserbaidschan haben den vierten Tag in Folge schwere Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach geführt.

Ein Mann steht in den Ruinen eines Mehrfamilienhauses, das angeblich während der Kämpfe um die Region Berg-Karabach durch kürzliche Bombardierungen beschädigt wurde. Die beiden verfeindeten Republiken Armenien und Aserbaidschan haben den vierten Tag in Folge schwere Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach geführt.

Bild: Aziz Karimov, dpa

Ein Mann steht in den Ruinen eines Mehrfamilienhauses, das angeblich während der Kämpfe um die Region Berg-Karabach durch kürzliche Bombardierungen beschädigt wurde. Die beiden verfeindeten Republiken Armenien und Aserbaidschan haben den vierten Tag in Folge schwere Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach geführt.

Bild: Aziz Karimov, dpa

Die beiden verfeindeten Republiken Armenien und Aserbaidschan haben den vierten Tag in Folge schwere Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach geführt.
dpa
30.09.2020 | Stand: 12:59 Uhr

An der gesamten Demarkationslinie der bergigen Region sei am Mittwochmorgen mit Artillerie geschossen worden, teilte eine Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums in Eriwan mit. Das Militär in Aserbaidschan informierte darüber, dass die Stadt Terter auf eigenem Staatsgebiet von den Armeniern angegriffen worden sei. Viele Menschen seien verletzt, Gebäude zerstört worden.

Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in Eriwan warf den Luftstreitkräften Aserbaidschans vor, Bombenangriffe auf Berg-Karabach zu fliegen. Dabei seien erneut türkische Kampfjets vom US-Typ F-16 eingesetzt worden. Zudem werde mit Raketen geschossen. Und es seien Funksprüche in türkischer Sprache zwischen den Piloten abgefangen worden, sagte Arzrun Owanissjan in Eriwan.

Aserbaidschan und die Türkei hatten den Einsatz von F-16-Kampjets dementiert. Das aserbaidschanische Militär betonte, selbst ausreichend gerüstet zu sein. Es sind die schwersten Kämpfe seit Jahrzehnten zwischen den beiden früheren Sowjetrepubliken.

Offiziell wurden auf armenischer Seite mehr als 100 Menschen getötet. In Aserbaidschan sprachen die Behörden von offiziell zehn getöteten Zivilisten. Beide Seiten behaupten, Hunderte Soldaten des jeweiligen Gegners getötet zu haben. Baku sprach am Mittwoch sogar von insgesamt 2300 armenischen Toten und Verletzten seit Sonntag.

Berg-Karabach: Unabhängige Berichte gibt es nicht

Zudem soll ein Raketenabwehrsystem vom Typ S-300 zerstört worden sein. Armenien wies das zurück. Unabhängige Berichte zum Einsatz von Kampftechnik und zu Opfern gibt es nicht. Russland rief die Türkei erneut zur Zurückhaltung auf. Die Lage werde analysiert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge auch angesichts der Informationen zu türkischen Kampfflugzeugen.

Die Kämpfe in der Region dauern seit Sonntag an. Die verfeindeten Nachbarländer haben den Kriegszustand verhängt. Die internationale Gemeinschaft fordert ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen und eine Rückkehr zum Verhandlungstisch für eine friedliche Lösung. Russland, Armeniens Schutzmacht, will zwischen den Konfliktparteien vermitteln. Die Türkei hat sich hingegen mit deutlichen Worten hinter ihren Verbündeten Aserbaidschan gestellt.