Laschet im Porträt

Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet im Porträt

Armin Laschet ist neuer Partei-Vorsitzender der CDU. Das entschieden die Delegierten des CDU-Parteitags am Samstag.

Armin Laschet ist neuer Partei-Vorsitzender der CDU. Das entschieden die Delegierten des CDU-Parteitags am Samstag.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Archiv)

Armin Laschet ist neuer Partei-Vorsitzender der CDU. Das entschieden die Delegierten des CDU-Parteitags am Samstag.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Archiv)

Armin Laschet wird neuer Partei-Vorsitzender der CDU. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen im Porträt.
16.01.2021 | Stand: 16:14 Uhr

Armin Laschet verzichtet auf große Posen und gilt seit 2017 als harmonischer "Landesvater" für Nordrhein-Westfallen. Dort führt der 59-Jährige als Ministerpräsident die deutschlandweit einzige schwarz-gelbe Regierungskoaliton an. Er scheint die Lager vereinen zu können. Laschet steht für eine liberale Integrationspolitik, galt lange Zeit als der, der auch Grüne und Union zusammenbringen könnte und blickt vor allem auf eine vielseitige politische Karriere zurück.

Armin Laschets Lebenslauf: Niederlagen und Durchhaltevermögen

Als der künftige Partei-Vorsitzende 1979 der CDU beitritt, ist er noch an der Universität. Er studiert Rechts- und Staatswissenschaften in München und Bonn. Bevor es ihn in die Politik zieht, wird Laschet erstmal Journalist und arbeitet bis 1990 als Freier Redakteur beim Bayerischen Rundfunk. Dann kehrt der Sohn eines Bergmannes zurück in seine Heimatstadt und nimmt sein erstes politisches Amt als Ratsherr der Stadt Aachen ein.

Schon 1991 wird er Vorsitzender des Bezirksverbandes Aachen. Der Startpunkt für ein wahres "Ochsenrennen" durch vielfältige politische Ämter. Von 1994 bis 1998 ist er Bundestagsabgeordneter, ab 1999 sitzt er für die CDU im EU-Parlament. Danach kehrt Laschet in das nordrhein-westfälische Landesparlament zurück und wird Deutschlands erster Integrationsminister im schwarz-gelben Kabinett.

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Armin Laschet und seine politischen Stationen

Kein Mann der großen Posen: Armin Laschet wirkt für manche zu bescheiden

Seine Politik beschreibt der CDU-Mann selbst als "Zuhören, entscheiden, handeln". Der dreifache Familienvater wirkt bedacht und bescheiden, für manchen zu bescheiden. Während seines Wahlkampfs für den CDU-Parteivorsitz ruft ihn sein Kollege und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu auf, etwas beherzter voranzuschreiten: "Wahlkampf heißt auch deswegen Wahlkampf, weil die Leute sehen wollen, dass man kämpft".

Auch in der Vergangenheit war genau das Laschets Schwachpunkt. CDU-Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen wurde der 59-Jährige erst, als seine Partei mit Norbert Röttgen 2012 einen historischen Tiefstand erreichte. Laschet sollte die CDU wieder auf mehr als 26,3 Prozent bringen. Zugetraut haben ihm das damals nicht all seine Parteikollegen. Verhaltene 78 Prozent machten ihn 2012 zum Chef des CDU-Landesverbandes.

Als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen ist Laschet beliebt

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Ganz anders sah das vier Jahre später aus. 2016 scheint Armin Laschet den Lohn für den langen Weg zu erhalten. Mit 96 Prozent wird er als Landeschef bestätigt und ein Jahr später als Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten gewählt. 2017 können er und seine CDU-Parteikollegen die Wahl für sich entscheiden. Und die Bundes-Union blickt nach Nordrhein-Westfalen, hat Laschet doch die SPD im umkämpften Wahlgebiet abgehängt.

Seitdem regiert Armin Laschet mit "Maß und Mitte", legte beispielsweise den ersten Haushaltsplan ohne Neuverschuldung seit Jahrzehnten vor. Auch in der Bildungspolitik brachte er die geforderte Veränderung. Er schaffte das Abitur in acht Jahren ab. Bei seiner Vereidigung 2017 sagte er mit Blick auf seine Amtszeit: "Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen: Was für ein Amt, was für eine Ehre - aber auch, was für eine Verantwortung". Laschet gilt als moderater Politiker und verfolgt für viele einen ähnlichen Kurs wie Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Laschet und Corona: Zögerlicher Kurs bringt Glaubwürdigkeit in Gefahr

Zunächst brachte ihm diese Politik stetig steigende Umfragewerte. Doch durch die Corona-Pandemie wurde das wieder anders. Hier zeigte Armin Laschet sich skeptisch gegenüber den Beschränkungen und äußerte immer wieder Zweifel am Kurs der Bundesregierung. Sein Wunsch nach weniger strengen Maßnahmen stieß auf wenig Zuspruch aus der Bevölkerung.