Assanges Partnerin bittet Trump um Begnadigung in letzter Minute

Julian Assange sitzt immer noch in London im Gefängnis.

Julian Assange sitzt immer noch in London im Gefängnis.

Bild: Dominic Lipinski, dpa (Archivbild)

Julian Assange sitzt immer noch in London im Gefängnis.

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Julian Assange sitzt im Gefängnis in London. Seine Partnerin hat nun Donald Trump am letzten Tag seiner Amtszeit um eine Begnadigung gebeten.
Julian Assange sitzt immer noch in London im Gefängnis.
dpa
20.01.2021 | Stand: 17:50 Uhr

Die Partnerin von Wikileaks-Gründer Julian Assange, Stella Moris, hat den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump am letzten Tag seiner Präsidentschaft um eine Begnadigung für den Vater ihrer Kinder gebeten. "Mr. President, Sie können Julian immer noch begnadigen, wenn Sie wollen", sagte Moris in einer Videobotschaft, die sie am Mittwoch auf ihrem Twitter-Account teilte - nur Stunden vor der Amtseinführung von Trumps Nachfolger Joe Biden. Assange zu begnadigen sei der "populärste Schritt, den Sie wahrscheinlich unternehmen können", so Moris weiter. Die Anwältin ist seit 2015 mit Assange liiert, das Paar hat zwei Söhne.

Assange wurde nicht freigelassen

Die US-Justiz war Anfang Januar mit einem Auslieferungsersuchen für den 49 Jahre alten gebürtigen Australier vor einem Gericht in London in erster Instanz gescheitert, hatte aber Berufung angekündigt. Der Wikileaks-Gründer sitzt seit mehr als anderthalb Jahren im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Südosten der britischen Hauptstadt. Ein Antrag auf Freilassung auf Kaution wurde vom Gericht abgelehnt.

Die USA werfen Assange vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning - damals noch Bradley Manning - geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Er habe damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht. Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat. Im Fall einer Verurteilung in den USA drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft.

Aktuelle Entwicklungen zu Bidens Amtseinführung finden Sie hier.

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