"Querdenker"-Szene

Attila Hildmann wurde offenbar von Ex-Justizmitarbeiterin schon früh gewarnt

Es wird vermutet, dass sich der rechtsradikale Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann in der Türkei aufhält.

Es wird vermutet, dass sich der rechtsradikale Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann in der Türkei aufhält.

Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa (Archiv)

Es wird vermutet, dass sich der rechtsradikale Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann in der Türkei aufhält.

Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa (Archiv)

Laut einem Bericht hat Attila Hildmann vor seiner Flucht in die Türkei Insider-Informationen aus der Justiz erhalten. Verdächtigt wird eine Ex-Mitarbeiterin.
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dpa
05.11.2021 | Stand: 17:30 Uhr

Der rechtsradikale Verschwörungserzähler Attila Hildmann ist nach einem Bericht bereits vor seiner Flucht in die Türkei mit Interna aus der Justiz versorgt worden. Unterlagen zeigten, dass er im November 2020 per Chat Details zu Ermittlungen erhalten habe, berichtete das Nachrichtenmagazin "Spiegel". So habe er etwa erfahren, dass die Ermittler damals sein Handy angeblich noch nicht abhörten. Unklar sei aber, ob diese Angaben von der Ex-Mitarbeiterin der Generalstaatsanwaltschaft stammen, gegen die wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses und der versuchten Strafvereitelung ermittelt wird.

In einer E-Mail habe die frühere IT-Mitarbeiterin im Juni 2020 Kontakt aufgenommen zu Hildmann und darum gebeten, in seiner Chatgruppe aufgenommen zu werden, berichtet der "Spiegel". Laut Staatsanwaltschaft ist die Frau im vergangenen Mai fristlos entlassen worden. Die Behörde vermutet in ihr einen "Maulwurf" in den eigenen Reihen, wie Sprecher Martin Steltner am vergangenen Montag sagte.

Hildmann soll Details zu Haftbefehl gegen ihn erhalten haben

Die Beschuldigte habe Daten zu Personen aus der rechtsextremistischen und "Querdenker"-Szene abgefragt. Zudem soll sie Hildmann Details zu einem Haftbefehl gegen diesen genannt haben. Abgespielt hat sich das laut Staatsanwaltschaft im vergangenen Februar. Die Behörde ging bislang nicht davon aus, dass zwischen den "Durchstechereien" und der Flucht Hildmanns ein Zusammenhang besteht. An der Einschätzung habe sich bislang nichts geändert, so Steltner am Freitag.

Haftbefehl kann nicht vollstreckt werden

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit längerem gegen Hildmann wegen Volksverhetzung, des Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Ein Haftbefehl gegen ihn kann nicht vollstreckt werden, da er sich in der Türkei aufhält. Laut Staatsanwaltschaft besitzt Hildmann neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft.

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