Neue Verspätungen und Ausfälle im Fahrplan

Bahnstreik: Regionalverkehr in Bayern ab Donnerstag stark beeinträchtigt

Wieder soll es bei der Bahn - hier am Bahnhof Kempten - einen Streik in dieser Woche geben, viele Züge dürften ausfallen.

Wieder soll es bei der Bahn - hier am Bahnhof Kempten - einen Streik in dieser Woche geben, viele Züge dürften ausfallen.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Wieder soll es bei der Bahn - hier am Bahnhof Kempten - einen Streik in dieser Woche geben, viele Züge dürften ausfallen.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Neue Runde mit dem längsten Bahnstreik: Die Lokführer der GDL streiken ab Donnerstag erneut. Das wird den Bahnverkehr in der Region stark beeinträchtigen.
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dpa
01.09.2021 | Stand: 18:37 Uhr

Im festgefahrenen Tarifstreit bei der Deutschen Bahn ruft die Lokführergewerkschaft GDL zu einer dritten Streikwelle auf.

  • Der Ausstand soll im Personenverkehr am Donnerstag, 2 Uhr, beginnen und bis Dienstag, 7. September, 2.00 Uhr, dauern, wie Gewerkschaftschef Claus Weselsky erklärte.
  • Der fünftägige Ausstand im Personenverkehr wird demnach der bisher längste Streik für die Bahnkunden.

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Wie die Deutsche Bahn mitteilt, wird der Regionalverkehr in Bayern ab Donnerstag, 2. September, ab 2 Uhr, bis Dienstag, 7. September, 2 Uhr, wegen des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) stark beeinträchtigt sein. Es wird zu Verspätungen und Zugausfällen kommen. "Die Deutsche Bahn bietet dennoch ein verlässliches Grundangebot. Trotzdem können wir in dieser Situation nicht garantieren, dass alle Reisenden an ihr Ziel kommen", heißt es in einer Mitteilung.

Die Online-Auskunft für Züge der DB Regio Bayern, wird

  • ab Dienstag, 31 August, ab 14 Uhr für Donnerstag und
  • ab Mittwoch, 1. September, ab 12Uhr für die Folgetage aktualisiert.

Die Bahn bittet Fahrgäste darum, sich regelmäßig unter bahn.de/aktuell über die aktuelle Lage zu informieren.

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Im Güterverkehr soll der Streik bereits an diesem Mittwoch beginnen. "Es ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen und zwar absichtlich", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Claus Weselsky am Montag in Frankfurt am Main. "Wir sehen uns angesichts der Blockadehaltung der DB-Manager nicht bereit und nicht gewillt, hier kürzere Arbeitskampfmaßnahmen durchzuführen." Unbefristete Streiks stünden derzeit aber nicht zur Debatte, betonte Weselsky.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) setzt sich für eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten ein. Dabei will die GDL auch im Konkurrenzkampf mit der größeren der beiden Bahn-Gewerkschaft punkten, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

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Der Arbeitskampf wird neben hunderttausenden Pendler wieder auch zahlreiche Reisende treffen. Die Urlaubssaison läuft, in mehreren Bundesländern sind noch Schulferien.

Der jüngste Streik war in der Nacht zu Mittwoch vergangener Woche zu Ende gegangen. Der Bahn reagierte mit Notfahrplänen. Im Fernverkehr konnten bis zu 30 Prozent des Angebots aufrechterhalten werden, im Regionalverkehr einschließlich der S-Bahnen waren es im Schnitt 40 Prozent. Am Tag nach den bisherigen Streiks lief der Verkehr wieder weitgehend normal.

Fronten zwischen Bahn und GDL verhärtet - das fordert die Gewerkschaft

Im Tarifkonflikt gab es seither keine Annäherung mit dem Management. In Interviews der vergangenen Tage hatte Bahnchef Richard Lutz die Gewerkschaft aufgerufen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dem GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky warf er zugleich vor, mit Falschbehauptungen die Belegschaft zu spalten.

Die Bahn will zwar die Löhne und Gehälter wie von der GDL gefordert um 3,2 Prozent erhöhen. Umstritten ist jedoch, zu welchen Zeitpunkten die einzelnen Stufen greifen sollen und wie lange der neue Tarifvertrag gelten soll.

Auch eine Corona-Prämie für dieses Jahr hat die Bahn angeboten, ohne sie jedoch zu beziffern. Die GDL fordert 600 Euro. Gerungen wird auch um die Betriebsrenten; hier haben sich beide Seiten noch nicht aufeinander zubewegt.

Die Gewerkschaft will ihren Einfluss im Bahnkonzern ausweiten. Vor dieser Tarifrunde hatte sie zuletzt 2014 und 2015 bei der Bahn gestreikt. So gelang es ihr, auch für Zugbegleiter einen Rahmentarif auszuhandeln. Nun will sie auch die Fahrzeuginstandhaltung, den Netzbetrieb und die Fahrweginstandhaltung sowie die Rahmenbedingungen für die Auszubildenden tarifieren.

Diese vertritt jedoch in der Regel die EVG, deshalb lehnt die Bahn das ab. Denn nach dem Tarifeinheitsgesetz gilt der Vertrag der Gewerkschaft, die im jeweiligen Betrieb die meisten Mitglieder hat.

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