Russland

Behörden verschärfen Vorgehen gegen Nawalny-Team und Unterstützer

Nach der Inhaftierung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny wird der Druck auf die Mitarbeiter und Untertsützer des Oppositionellen in Russland größer.

Nach der Inhaftierung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny wird der Druck auf die Mitarbeiter und Untertsützer des Oppositionellen in Russland größer.

Bild: Screenshot YouTube, dpa

Nach der Inhaftierung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny wird der Druck auf die Mitarbeiter und Untertsützer des Oppositionellen in Russland größer.

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Nach der Inhaftierung des Kremlgegners Nawalny haben die russischen Behörden ihr Vorgehen gegen seine Mitarbeiter und Unterstützer massiv verschärft.
Nach der Inhaftierung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny wird der Druck auf die Mitarbeiter und Untertsützer des Oppositionellen in Russland größer.
dpa
22.01.2021 | Stand: 12:22 Uhr

Nawalnys Pressesprecherin Kira Jarmysch wurde nach einen Protestaufruf die ganze Nacht von der Polizei festgehalten und fand sich am Freitag vor Gericht wieder, wie sie im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Sie sei zu neun Tagen Arrest verurteilt worden, sagte sie. Mehrere Koordinatoren von Regionalvertretungen Nawalnys kamen ebenfalls in Gewahrsam, darunter in Wladiwostok, Krasnodar und Kaliningrad.

In rund 70 russischen Städten sind an diesem Samstag Proteste geplant gegen die Inhaftierung Nawalnys und gegen Repressionen unter Kremlchef Wladimir Putin. Auch die EU und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten Nawalnys Freilassung gefordert.

Russische Behörden wollen Demonstrationen verhindern

Putins Sprecher Dmitri Peskow warnte vor der Teilnahme an nicht genehmigten Protesten. Die russischen Sicherheitsorgane kündigten an, alles dafür zu tun, um Demonstrationen zu verhindern. Demonstrationen werden in Russland bereits seit Monaten nicht mehr genehmigt - unter Verweis auf die Corona-Pandemie.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kritisierte in einer Mitteilung den "Missbrauch von Corona-Maßnahmen", um das Recht auf Versammlungsfreiheit zu beschneiden. Mit den Festnahmen von Aktivisten und breiter Einschüchterung werde versucht, die Solidarität mit dem inhaftierten Putin-Gegner Nawalny zu verhindern.

Einreisesperre gegen Nawalnys Mitarbeiter Vladlen Los

Die Behörden wiesen Nawalnys Mitarbeiter Vladlen Los, einen Staatsbürger von Belarus (Weißrussland), aus und verhängten bis 2023 eine Einreisesperre gegen ihn. Hochschulen drohten damit, Studenten wegen der Teilnahme an den Kundgebungen zu exmatrikulieren. Eltern könnten zur Rechenschaft gezogen werden, wenn ihre Kinder zu Protesten gingen, hieß es. Soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook, VKontakte und TikTok erhielten Medien zufolge Aufforderungen, keine Protestaufrufe zu verbreiten. Es drohen hohe Strafen.

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Die Behörden verschärfen das Vorgehen gegen Nawalnys Team. Kira Jarmysch (Mitte), Nawalnys Sprecherin, und ihre Anwältin Veronila Poljakowa (rechts) nehmen an einer Anhörung in einem Verwaltungsverfahren wegen eines wiederholten Verstoßes bei der Organisation einer Kundgebung gegen Jarmysch im Moskauer Bezirksgericht Sawjolowski teil.
Kremlgegner Alexej Nawalny

Nawalnys Anhänger wollen in ganz Russland demonstrieren

Nawalny war nach seiner Rückkehr aus Deutschland nach Russland in einem umstrittenen Eilverfahren am Montag zu 30 Tagen Haft verurteilt worden. Ihm drohen zudem viele Jahre Gefängnis und mehrere Prozesse. Hinter dem Vorgehen der Justiz und hinter einem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok vom 20. August sieht er ein "Killerkommando" des Inlandsgeheimdienstes FSB unter Putins Befehl. Putin und der FSB weisen die Anschuldigungen zurück. Die EU hat wegen des Anschlags Funktionäre in Russland mit Sanktionen belegt.