Bundestagswahl 2021

Söder will Kanzlerkandidat werden - Laschet aber auch

Markus Söder und Armin Laschet haben sich bereiterklärt, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten.

Markus Söder und Armin Laschet haben sich bereiterklärt, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten.

Bild: Michael Kappeler, dpa

Markus Söder und Armin Laschet haben sich bereiterklärt, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten.

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Es ist offiziell: Markus Söder will Kanzlerkandidat der Union werden. Doch auch Armin Laschet erklärt sich bereit.
11.04.2021 | Stand: 18:02 Uhr

Sowohl CDU-Chef Armin Laschet als auch der CSU-Vorsitzende Markus Söder sind nach Darstellung Söders bereit, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten. Laschet und er hätten sich am Samstag offen und freundschaftlich ausgetauscht, sagte Söder nach Angaben von Teilnehmern am Sonntag bei der Klausur der Spitze der Unionsfraktion in Berlin. "Wir haben beide erklärt, wir sind bereit", berichtete er. Es sei noch kein abschließendes Gespräch gewesen.

Söder: Stellt sich Aufgabe, wenn CDU ihn unterstützt

Laschet sagte, er und Söder hätten ein langes Gespräch miteinander geführt. "Wir haben unsere Bereitschaft erklärt, für die Kanzlerkandidatur anzutreten", berichtete Laschet. Er betonte: "Unser Ziel ist es, in dieser Lage, in der das Land ist, mit einer Kanzlerin, die aus dem Amt geht, so viel Einigkeit wie möglich zwischen CDU und CSU zu leisten, denn es geht um viel." (Lesen Sie auch: Sechs Gründe, warum Armin Laschet wohl nächster Kanzlerkandidat wird)

Söder betonte demnach, es gehe um den Gesamterfolg der Union und das Beste fürs Land. Und Söder fügte hinzu, wenn die CDU bereit wäre, ihn zu unterstützen, würde er sich dieser Aufgabe stellen. Wenn die CDU dies nicht wolle, werde man ohne Groll weiter gut zusammenarbeiten.

Auch Laschet betonte, dass man Einigkeit in der Union wolle und nach außen ein stabiles Deutschland repräsentieren wolle. Das sagte Laschet in einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Auch Söder betonte: "Unser Anspruch ist, die Nummer eins zu sein in Deutschland." Ein Ziel sei keine Spaltung, sondern auch nach der Wahl ein einiges Deutschland - in Sachen Gesundheit, aber auch Klimaschutz, sagte Söder. (Weitere aktuelle Entwicklungen zur Bundestagswahl finden Sie hier.)

Zudem betonte Söder, es müsse ein Konsens herbeigeführt werden, und zwar unter Beteiligung der betroffenen Personen, der Parteien und der Fraktion.

Kanzlerfrage: Schäuble ist gegen eine Entscheidung innerhalb der Fraktion

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Heute treffen sich Söder und Laschet - schnelle Entscheidung in der K-Frage?

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich in der Diskussion über die Kanzlerkandidatur der Union gegen eine Entscheidung in der Fraktion gestellt. Dies wäre ein großer Fehler, sagte Schäuble nach Angaben von Teilnehmerkreisen am Sonntag bei der Klausur der Spitze der Unionsfraktion in Berlin. Er erinnere sich an die Entscheidung in der Unionsfraktion zugunsten des damaligen CSU-Chefs Franz Josef Strauß im Jahr 1979 und die schweren Wunden, die dies hinterlassen habe. Eine schnelle Einigung der Parteien wäre gut, machte Schäuble demnach zugleich deutlich.

Nachdem 1979 bei der Suche nach einem Unions-Kanzlerkandidaten Vermittlungsversuche auf mehreren Ebenen gescheitert waren, wählte die Unionsfraktion den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Strauß zum Kanzlerkandidaten - gegen Niedersachsens CDU-Regierungschef Ernst Albrecht. In der Bevölkerung gab es im Wahlkampf starke Befürworter der Kandidatur von Strauß - und ebenso vehemente Widersacher. Am Ende verlor die Union die Bundestagswahl 1980 gegen den seit 1974 amtierenden SPD-Kanzler Helmut Schmidt. Bei der Pressekonferenz betonte Söder: "Wir sind nicht Helmut Kohl und Franz Josef Strauß - schon optisch nicht."

Söder: Kanzlerkandidatur war nicht der Lebensplan

Söder hat seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur für die Union außerdem mit den Erwartungen an ihn begründet. "Es war nicht mein Lebensplan, mich auf eine solche Kandidatur vorzubereiten. Aber die Rückmeldung und die Erwartung vieler Menschen in Deutschland, auch der Umfragen, spielen nicht die absolut entscheidende, aber doch eine wichtige Rolle", sagte der bayerische Ministerpräsident am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Auch in der CDU habe es viele gegeben, die ihn gefragt hätten, ob er generell bereit wäre.

"Und deswegen glaube ich, ist es jetzt fair und angemessen, so zu reagieren", sagte Söder. Wenn sich eine breite Mehrheit wünsche, dass Söder kandidiere, "wäre es auch ein Kneifen vor der Verantwortung", sich nicht bereitzuerklären. "Man kann nur dann immer mitreden, wenn man auch bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Das tue ich."

Söder betonte erneut, dass er nur kandidieren werde, wenn die CDU dies unterstütze: "Es kommt auf keinen Fall zu einem Biegen und Brechen. Wir wollen am Ende keine zerrissene, sondern eine geschlossene Union." (Wie Kollegen und die Presse auf die doppelte Kanzlerkandidatur reagieren, erfahren Sie hier.)

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