Corona-Pandemie

Unzufriedenheit mit Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung steigt laut Umfrage

Fast 60 Prozent der Befragten waren zuletzt unzufrieden mit den aktuellen Leistungen der großen Koalition von Angela Merkel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Fast 60 Prozent der Befragten waren zuletzt unzufrieden mit den aktuellen Leistungen der großen Koalition von Angela Merkel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Bild: Wolfgang Kumm, dpa (Symbolbild)

Fast 60 Prozent der Befragten waren zuletzt unzufrieden mit den aktuellen Leistungen der großen Koalition von Angela Merkel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Bild: Wolfgang Kumm, dpa (Symbolbild)

Die Unzufriedenheit mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung hat einer Umfrage zufolge in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen.
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dpa
03.08.2021 | Stand: 11:48 Uhr

Bei einer repräsentativen Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gaben im Juli fast 60 Prozent der befragten Erwerbstätigen an, sie seien weniger oder gar nicht zufrieden mit den aktuellen Leistungen der großen Koalition bei der Pandemiebekämpfung. Zum Vergleich: Im November vergangenen Jahres war nicht einmal die Hälfte (44 Prozent) der Befragten unzufrieden mit den Leistungen der Politik, im Sommer 2020 sogar nur jeder Dritte (Bundestagswahl 2021 im Allgäu: Termin, Kandidaten und News).

Gleichzeitig gingen demnach jedoch die durch Corona ausgelösten Ängste und Belastungsgefühle in der Bevölkerung deutlich zurück. Hatten während des Lockdowns im Januar noch 40 Prozent der Befragten die eigene Gesamtsituation - familiär, finanziell und bezüglich des Arbeitsplatzes - als äußerst oder stark belastend empfunden, so waren es im Juli nur noch 28 Prozent.

Corona 2021: "Sommer der Befreiung" ist laut Forschern ausgeblieben

Die gegensätzliche Entwicklung in der Beurteilung der persönlichen Situation und der Bewertung der Leistungen der Politik ist auch für die Forscher des WSI nicht ganz einfach zu deuten. "Der erhoffte Sommer der Befreiung ist für viele ausgeblieben, die Gesellschaft verharrt im Zwiespalt", erklärte die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Bettina Kohlrausch. "Schaut man auf die allgemeinen Statistiken zur Wirtschaftsentwicklung oder zu Impfquoten, arbeitet sich Deutschland aus der Krise. Aber bei etlichen Menschen kommt dieser Fortschritt nicht voll an."

"Zur größeren Unzufriedenheit dürfte auch beigetragen haben, dass die Pandemie Lücken im sozialen Sicherungssystem offengelegt hat", glauben die Forscher. So setze sich etwa der Trend fort, dass Erwerbspersonen, die schon vor der Krise wirtschaftlich schlechter gestellt waren, während der Pandemie auch noch häufiger an Einkommen eingebüßt hätten. Es zeige sich zudem, dass Menschen mit niedrigen Einkommen bei Impfungen weiterhin etwas zurücklägen. Und die Unterschiede zwischen Müttern und Vätern bei Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit hätten sogar wieder etwas zugenommen. "Die Hauptlast hier lag und liegt während der Krise bei den Frauen", sagte Kohlrausch.

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