Spanien

Die Kanaren hoffen wegen der Energiekrise auf einen Tourismus-Boom

Die Kanaren locken ganzjährig mit warmen Wetter.

Die Kanaren locken ganzjährig mit warmen Wetter.

Bild: Manuel Meyer, dpa

Die Kanaren locken ganzjährig mit warmen Wetter.

Bild: Manuel Meyer, dpa

Die Kanaren sehen die Energiekrise in Europa als große touristische Chance. Steuervorteile spielen den Einwohnern zusätzlich in die Hände.
29.11.2022 | Stand: 22:01 Uhr

„Die Kanaren sind ein Reiseziel mit dem besten Klima im Winter“, umwirbt Yaiza Castilla die Touristen aus dem kühlen Zentral- und Nordeuropa. „Ein Klima, das es erlaubt, bei den Energiekosten zu sparen.“ Zudem seien Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und die Nachbarinseln ein sicheres Reiseziel und weit weg von allen Krisen und Konflikten der Welt.

Viele Häuser auf den Kanaren brauchen keine Heizung

Die 38-jährige Yaiza Castilla ist die Tourismusministerin der Kanarischen Inseln. Sie sieht die Sorgen in Zentraleuropa über die Energiekrise und den Ukraine-Krieg als Riesenchance für die vor Westafrika liegenden spanischen Urlaubsinseln. Ganz besonders jetzt in der kalten Jahreszeit, wenn auf der Inselgruppe im Atlantik frühlingshafte Temperaturen herrschen. Die Temperaturen auf den Kanaren liegen im Spätherbst und auch im Winter tagsüber im Schnitt bei wenigstens 20 Grad und wärmen Menschen wie Wohnungen. Auch nachts zeigen die Thermometer nur selten weniger als 15 Grad an, sodass nicht geheizt werden muss – viele Wohnungen auf der Inselgruppe haben gar keine Heizung.

Das Leben auf den Kanaren ist günstig

Wegen ihres milden Klimas sind die „Inseln des ewigen Frühlings“ ohnehin schon seit Jahren ein populäres Winterreiseziel, das von hunderttausenden europäischen Touristen angesteuert wird. In Zeiten von hohen Preisen für Gas und Strom könnte es nun noch voller werden. Denn wer Energie sparen will, für den könne es sich nun erst recht lohnen, längere Zeit auf den Kanaren zu verbringen, so Castilla. Zumal die Lebenshaltungskosten auf Teneriffa & Co bis zu 50 Prozent niedriger seien als in der Heimat der Reisenden, sagt sie. Der Einkauf im Supermarkt, Essengehen, Alkohol, Tabak und Benzin – vieles sei billiger als in Deutschland. Was allerdings auch damit zusammenhängt, dass die Kanaren wegen ihrer Insellage Steuervorteile genießen – die Umsatzsteuer beträgt nur sieben Prozent.

Um den Energietourismus anzukurbeln, umgarnen die Kanaren jetzt mit einer internationalen Kampagne jene Winterflüchtlinge, die den hohen Heizkosten in ihrer Heimat entgehen und nebenbei Langzeiturlaub machen wollen. „Wir können etwas bieten, das kein anderes Reiseziel hat: acht traumhafte Inseln, in einer akzeptablen Entfernung, mit klimatischer Sicherheit, europäischen Standards und weit entfernt von der Energiekrise“, heißt es.

Das Angebot der Kanaren richtet sich nicht nur an Rentner

Die Kanaren umwerben nun ganz besonders all jene, die die Freiheit haben, mehrere Wochen oder auch Monate auf den Kanaren zu verbringen. Rentner zum Beispiel. Oder die zunehmende Zahl von Berufstätigen, die für ihre Arbeit kein Büro, sondern nur eine gute Internetverbindung brauchen. Und für deren Job es gleichgültig ist, ob sie in Berlin, Wien, Zürich oder eben auf Teneriffa arbeiten. Und: Der Lockruf scheint gehört zu werden. „Die Buchungen für Langzeitaufenthalte haben für die Wintersaison zugenommen“, freut sich Fernando Valdés, Spaniens Tourismusstaatssekretär.

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