Erfolg in Glasgow

Doch noch Erklärung bei Weltklimakonferenz: Staaten sollen Kohleausstieg einleiten

Zähes Ringen bei der Klimakonferenz: John Kerry (M), Sondergesandter des US-Präsidenten für Klimafragen, Xie Zhenhua (l), Chefunterhändler von China, und Frans Timmermans (r), Vizepräsident der Europäischen Kommission.

Zähes Ringen bei der Klimakonferenz: John Kerry (M), Sondergesandter des US-Präsidenten für Klimafragen, Xie Zhenhua (l), Chefunterhändler von China, und Frans Timmermans (r), Vizepräsident der Europäischen Kommission.

Bild: Alberto Pezzali/dpa

Zähes Ringen bei der Klimakonferenz: John Kerry (M), Sondergesandter des US-Präsidenten für Klimafragen, Xie Zhenhua (l), Chefunterhändler von China, und Frans Timmermans (r), Vizepräsident der Europäischen Kommission.

Bild: Alberto Pezzali/dpa

Langes Ringen um dieses Dokument: Die UN-Klimakonferenz in Glasgow hat die Staaten der Welt erstmals dazu aufgefordert, den Ausstieg aus der Kohle einzuleiten.
##alternative##
dpa
13.11.2021 | Stand: 21:04 Uhr

Die am Samstag gebilligte Erklärung von rund 200 Staaten fordert zudem, "ineffiziente" Subventionen für Öl, Gas und Kohle zu streichen. Die Formulierung wurde allerdings in letzter Minute auf Druck von China und Indien abgeschwächt. EU-Kommissar Frans Timmermans äußerte seine große Enttäuschung darüber, würdigte die Forderung zum Kohleausstieg aber dennoch als "historisch".

Weltklimakonferenz: Länder wollen Erderwärmung bei 1,5 Grad stoppen

Zudem verpflichteten sich die Länder gemeinsam dem Ziel, die Erderwärmung bei 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu stoppen. Dazu sollen sie bis Ende 2022 ihre bislang unzureichenden Klimaschutzpläne nachschärfen. Dies bleibt aber freiwillig, es gibt keine Pflicht.

Bisher reichen die bei den UN eingereichten Pläne bei weitem nicht aus, das 2015 in Paris vereinbarte 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. In der Erklärung wird festgehalten, dass dafür der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weltweit noch in diesem Jahrzehnt um 45 Prozent sinken muss.

Weltklimakonferenz Finanzhilfen für arme Staaten

Zugesagt werden auch mehr Finanzhilfen für arme Staaten, damit diese sich an die vielerorts fatalen Folgen der Klimakrise anpassen könen. Zig Millionen Menschen sind schon jetzt mit häufigeren und längeren Dürren und Hitzewellen konfrontiert oder kämpfen mit heftigeren Stürmen und Überschwemmungen. Konkret sollen diese Finanzhilfen bis 2025 verdoppelt werden, also von aktuell etwa 20 auf rund 40 Milliarden US-Dollar (etwa 35 Milliarden Euro.)

Erstmals wird die jahrelange Forderung armer Staaten aufgegriffen, einen Geldtopf für Hilfen bei Schäden und Verlusten einzurichten. Gemeint sind etwa Zerstörungen oder erzwungene Umsiedlungen nach Dürren, Sturmfluten oder Wirbelstürmen. Die Staaten werden aufgefordert, dafür Geld einzuzahlen. Konkrete Summen dafür werden aber nicht genannt. Es soll nur "technische Unterstützung" nach Schadensereignissen bereitstehen, aber nicht der komplette Schaden beglichen werden.

Lesen Sie auch
##alternative##
G20-Gipfel am Wochenende

G20-Gruppe verspricht raschen Klimaschutz - aber streitet über Ziele

Lesen Sie auch: In Glasgow ringen die Nationen um weniger Treibhausgase und eine klimaneutralen Wirtschaft. Aber wie? Zwei junge Männer vom Bodensee haben Lösungen.
Und: Über 100 Akteure bekennen sich auf der Weltklimakonferenz zu einem Enddatum für den Verbrennungsmotor. Doch warum verweigert Deutschland seine Unterschrift?