Internationaler Tag gegen Kindersoldaten

Entwicklungsminister: "Kindersoldaten sind Opfer, keine Täter"

Zahlen der Vereinten Nastionen zufolge werden bis zu 250.000 Kinder zu Gewalttaten gezwungen. Entwicklungsminister Gerd Müller fordert für die Kinder mehr Schutz.

Zahlen der Vereinten Nastionen zufolge werden bis zu 250.000 Kinder zu Gewalttaten gezwungen. Entwicklungsminister Gerd Müller fordert für die Kinder mehr Schutz.

Bild: Nariman El-Mofty, picture alliance/dpa (Archivbild)

Zahlen der Vereinten Nastionen zufolge werden bis zu 250.000 Kinder zu Gewalttaten gezwungen. Entwicklungsminister Gerd Müller fordert für die Kinder mehr Schutz.

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Kindersoldaten brauchen einen Ausweg, keine Gewehre, sagt Entwicklungsminister Gerd Müller. Die Corona-Pandemie verschärft die Lage zusätzlich.
Zahlen der Vereinten Nastionen zufolge werden bis zu 250.000 Kinder zu Gewalttaten gezwungen. Entwicklungsminister Gerd Müller fordert für die Kinder mehr Schutz.
dpa
12.02.2021 | Stand: 07:53 Uhr

Entwicklungsminister Gerd Müller hat mehr Schutz gegen die Rekrutierung von Kindern als Kämpfer in Konflikten gefordert. "Kindersoldaten sind Opfer, keine Täter. Sie brauchen einen Ausweg, Schutz, Schulen und keine Gewehre!", erklärte der CSU-Politiker zum Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am Freitag. Er verwies auf Zahlen der Vereinten Nationen, wonach bis zu 250.000 Kinder von bewaffneten Gruppen als Kindersoldaten zu Gewalttaten gezwungen werden. "Viele von ihnen werden auch sexuell missbraucht", so Müller. "Diese Kinder leiden unter der verbrecherischsten Form von Kinderarbeit."

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU)
Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU)
Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa

Die Corona-Krise verschärfe die Lage noch. Die UN-Kultur- und Bildungsorganisation Unesco schätze, dass in Folge der Pandemie 24 Millionen Kinder nicht in Schulen zurückkehrten und arbeiten müssten oder in Konflikten ausgebeutet würden.

Wo es besonders viele Kindersoldaten gibt

Besonders schlimm sei die Lage etwa in Nigeria, wo Kinder von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram zwangsrekrutiert würden. "Über zwei Millionen Menschen wurden schon vom Schrecken der Boko Haram vertrieben", so Müller. "Kinder werden als Soldaten auch in den Konfliktgebieten in Zentral- und Ostafrika sowie im Jemen und in Syrien missbraucht. Sie leiden unter den seelischen und körperlichen Folgen oft ihr ganzes Leben lang." Ziel müsse es sein, den Kindern die Bildung und eine Chance auf ein normales Leben zurückzugeben.