Verwüstungen und Zusammenstöße

Fünf Tote bei Protesten gegen Polizeigewalt in Kolumbien

Ein Demonstrant tritt einen Polizeibeamten bei Protesten. Die Ausschreitungen wurden durch den Tod eines Mannes ausgelöst, der in Bogota wegen Verletzung von Corona-Abstandsregeln festgenommen und wiederholt Elektroschocks mit einem Elektroschocker von den Beamten erhalten hatte.

Ein Demonstrant tritt einen Polizeibeamten bei Protesten. Die Ausschreitungen wurden durch den Tod eines Mannes ausgelöst, der in Bogota wegen Verletzung von Corona-Abstandsregeln festgenommen und wiederholt Elektroschocks mit einem Elektroschocker von den Beamten erhalten hatte.

Bild: Ivan Valencia, dpa

Ein Demonstrant tritt einen Polizeibeamten bei Protesten. Die Ausschreitungen wurden durch den Tod eines Mannes ausgelöst, der in Bogota wegen Verletzung von Corona-Abstandsregeln festgenommen und wiederholt Elektroschocks mit einem Elektroschocker von den Beamten erhalten hatte.

Bild: Ivan Valencia, dpa

Bei Protesten gegen Polizeigwalt in Kolumbien ist es zu Ausschreitungen und fünf Toten gekommen. Einige weitere Menschen sind verletzt.

Ein Demonstrant tritt einen Polizeibeamten bei Protesten. Die Ausschreitungen wurden durch den Tod eines Mannes ausgelöst, der in Bogota wegen Verletzung von Corona-Abstandsregeln festgenommen und wiederholt Elektroschocks mit einem Elektroschocker von den Beamten erhalten hatte.
dpa
10.09.2020 | Stand: 10:55 Uhr

Bei gewaltsamen Protesten wegen des Todes eines Mannes nach einem Polizeieinsatz hat es in Kolumbien Behördenangaben zufolge fünf Tote gegeben. 50 Menschen seien mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, hieß es in einer auf Twitter veröffentlichten landesweiten Bilanz der Polizei am Mittwochabend (Ortszeit). Auch 30 Polizisten hätten Verletzungen erlitten. Zudem wurden 53 Polizeiwachen sowie 77 Autos beschädigt.

Vor allem in der Hauptstadt Bogotá gab es Verwüstungen und Zusammenstöße mit Sicherheitskräften. Auch in Cali, Medellín und weiteren Städten kam es zu Zwischenfällen.

Tod nach Polizeikontrolle löste Proteste aus

Auslöser der Proteste war der gewaltsame Tod des Anwalts Javier Ordóñez im Zuge einer Polizeikontrolle in Bogotá am Dienstag. Die beiden beteiligten Polizisten kontrollierten Berichten zufolge die Einhaltung von Corona-Vorschriften und warfen dem 46-Jährigen sowie seinen Freunden vor, Alkohol auf der Straße zu trinken. Auf einem Video ist zu sehen, wie die Beamten Ordóñez zu Boden drücken und ihm wiederholt mit einer Elektroschockwaffe zusetzen. Anschließend sei er auf eine Polizeiwache gebracht worden, auf der Beamte ihn geschlagen haben sollen. Im Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen.

(Wie der gewaltsame Tod von George Floyd in Folge von Polizeigewalt die USA veränderte, lesen Sie hier.)

Polizeiwachen angegriffen

Demonstranten griffen in Bogotá Medienberichten zufolge zahlreiche Polizeiwachen mit Steinen an und setzten einige in Brand. Auch brennende Reifen und Müllcontainer sowie Brandsätze wurden demnach auf Geschäfte, Banken und Polizeiautos geworfen. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten gegen randalierende Demonstranten ein.

Das von Freunden Ordóñez' gedrehte Video löste große Empörung aus. Kolumbiens Präsident Iván Duque und Verteidigungsminister Carlos Holmes Trujillo versprachen, bei Amtsmissbrauch durch die Polizei "null Toleranz" walten zu lassen. Polizei und Staatsanwaltschaft kündigten Ermittlungen an. Die beiden Beamten wurden vom Dienst suspendiert.

(Wie die Großdemo gegen den belarussischen Staatschef Lukaschenko in Minsk ablief, lesen Sie hier.)