TV-Triell von ARD und ZDF

Farbenspiele und ein Rumpeln im Studio: So lief das TV-Triell mit Scholz, Laschet und Baerbock

Auf zum zweiten Duell: Olaf Scholz (SPD, l-r), Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) und Armin Laschet (CDU) im Fernsehstudio.

Auf zum zweiten Duell: Olaf Scholz (SPD, l-r), Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) und Armin Laschet (CDU) im Fernsehstudio.

Bild: Michael Kappeler/dpa

Auf zum zweiten Duell: Olaf Scholz (SPD, l-r), Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) und Armin Laschet (CDU) im Fernsehstudio.

Bild: Michael Kappeler/dpa

Wer kann, darf und soll mit wem nach der Wahl? Das zweite TV-Triell startete mit möglichen Koalitionen. Plötzlich rumpelte es im Studio.
12.09.2021 | Stand: 23:13 Uhr

Glaubt man den Umfragen, dann geht nur der Dreier. Weil nach den Bundestagswahlen vermutlich drei Parteien die Regierung bilden müssen, startete das zweite TV-Triell in ARD und ZDF gleich mit möglichen Farbenspielen. Und setzte so den Rahmen für das, was dann kommen sollte. Ein aufgeräumter Olaf Scholz (SPD), ein etwas hektisch angreifender Armin Laschet (CDU) und in der Zwickmühle dazwischen Annalena Baerbock (Grüne)

Zweites TV-Triell in ARD und ZDF: Laschet bleibt Koalitionsaussage schuldig

"Würden Sie Juniorpartner in einer Regierung Scholz sein?", das wollte Moderator Oliver Köhr gleich von Armin Laschet wissen. Also die jetzige GroKo auf den Kopf gestellt. Laschet blieb eine Antwort schuldig. Er wollte "erst einmal kämpfen". Denn: "Wir sind hier nicht bei der Regierungsbildung". Von SPD-Konkurrent Olaf Scholz forderte Laschet aber prompt eine konkrete Aussage ein - sprich ein Nein zu einer Koalition mit der Linken. Eine „absurde Theateraufführung“, kommentiert das Scholz. "Die Bürgerinnen und Bürger sollen entscheiden wie die Wahl ausgeht". Dann werde man über Koalitionen sprechen. Mit einer Linke, die beispielsweise gegen Einsätze der Bundeswehr im Rahmen von EU-, NATO- oder UN-Mandaten sei, sei das aber nicht möglich. Als dann Moderatorin Maybritt Illner Annalena Baerbock ihre Koalitionspräferenz "FDP oder eher Linke" wissen wollte, rumpelt es im Studio. Ein Stuhl war im Hintergrund umgefallen, Baerbock muss kurz lachen.

Eine Frage, drei Antworten - der Wähler kann aussuchen

Genauso hektisch wie durch den Koalitionsdschungel hoppelte das Triell durch Themenbereiche, die alle eine eigene Sendung verdient hätten. Digitalisierung, Corona-Impfungen, Steuern, Zuwanderung, Mieten, Klimaschutz, Energiewende, Lebenshaltungkosten und die Frage nach der wichtigsten Lehre aus der Pandemie. Bei letzterer will Laschet, dass Masken nicht nur in China hergestellt werden. Annalena Baerbock fordert bei einer Pandemie die Einsetzung eines Krisenstabs. Scholz will "den öffentlichen Gesunheitsdienst auf den besten Stand bringen". Drei Antworten und der Wähler kann 1,2 oder 3 spielen.

"Moderater Weg ist der richtige Weg", blickt Olaf Scholz bei der Bekämpfung des Klimawandels in die Zukunft. Armin Laschet erinnert sich an "Entfesslungspakete", bei denen die SPD gebremst hätte. "Wir scheitern an den Bürokraten Ihrer Partei", wettert Laschet gegen Scholz - sagt aber nicht wann und wo. Annalena Baerbock nimmt den Kandidaten-Kleinkrieg auf: "Sie haben sich immer gegenseitig in die Schuhe geschoben wer was verhindert." So wie in der Vergangenheit könne es nicht weitergehen. Klimakrise bleibt das Thema, bei der Baerbock bestens punkten kann.

Gleiches Fahrwasser wie beim ersten TV-Triell im Privatfernsehen

Und so plätschert das zweite TV-Triell im gleichen Fahrwasser wie auch das erste bei RTL. Die Fragen nicht so populistisch wie im Privatfernsehen, dafür die Kandidaten etwas mehr unter Strom. Laschet in der Zwickmühle, dass es "so nicht weitergehen" könne - obwohl die Union seit Ewigkeiten regiert. Scholz mit mit der hanseatischen Ruhe, bei der man sich fragt, ob damit ein Aufbruch möglich ist. Baerbock engagiert aber übereifrig in der Stakkato-Sprache. Und das alles bei einem Hetzlauf durch den Themengarten, der den Wähler vermutlich mit mehr Fragen zurück lässt als beantwortet.

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