Urteil

Gericht: Berliner Kopftuchverbot für Lehrerinnen ist rechtswidrig

Das Bundesarbeitsgericht hält das pauschale Berliner Kopftuchverbot für Lehrerinnen für diskriminierend.

Das Bundesarbeitsgericht hält das pauschale Berliner Kopftuchverbot für Lehrerinnen für diskriminierend.

Bild: Martin Schutt, dpa (Archiv/Symbolbild)

Das Bundesarbeitsgericht hält das pauschale Berliner Kopftuchverbot für Lehrerinnen für diskriminierend.

Bild: Martin Schutt, dpa (Archiv/Symbolbild)

Das Bundesarbeitsgericht hält das pauschale Berliner Kopftuchverbot für Lehrerinnen für diskriminierend.

dpa
28.08.2020 | Stand: 07:11 Uhr

Das im Berliner Neutralitätsgesetz verankerte pauschale Kopftuchverbot für Lehrerinnen verstößt nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts gegen die Verfassung.

Das Gericht wies am Donnerstag nach Angaben einer Sprecherin die Revision des Landes Berlin gegen ein Urteil des Landesarbeitsgerichts zurück. Dieses hatte einer muslimischen Lehrerin im November 2018 rund 5159 Euro Entschädigung zugesprochen, weil diese wegen ihres Kopftuches nicht in den Schuldienst eingestellt wurde.

Die Frau sei wegen ihrer Religion diskriminiert worden, entschied nun das Bundesarbeitsgericht. Der Paragraf 2 im Neutralitätsgesetz, der Pädagogen an allgemeinbildenden Berliner Schulen nicht nur das Tragen eines Kopftuchs, sondern auch anderer religiöser Kleidungsstücke und Symbole wie Kreuz oder Kippa untersagt, müsse verfassungskonform ausgestaltet werden.

Gericht: Regelung verletzt die Religionsfreiheit der Lehrer

Nach Einschätzung der Erfurter Richter sei ein generelles, präventives Verbot zum Erhalt des Schulfriedens nicht rechtens, erläuterte die Sprecherin.

Vielmehr müssten konkrete Anhaltspunkte für dessen Gefährdung vorliegen. Die bisherige Regelung verletze die Religionsfreiheit der Lehrer.

Zuletzt hatte das Neutralitätsgesetz immer wieder für kontroverse Debatten auch innerhalb der Berliner rot-rot-grünen Koalition gesorgt. Während Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) das Gesetz für verfassungskonform und sachgerecht hielt, vertrat Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) die gegenteilige Meinung.