Corona-Pandemie

Gesundheitspolitiker Pilsinger: Weihnachtsfest wie "Brandbeschleuniger für das Virus"

Stephan Pilsinger bei einer Rede im Bundestag.

Stephan Pilsinger bei einer Rede im Bundestag.

Bild: Gregor Bauernfeind, dpa (Archiv)

Stephan Pilsinger bei einer Rede im Bundestag.

Bild: Gregor Bauernfeind, dpa (Archiv)

Die Bundesregierung erwägt neue Kontaktbeschränkungen. Aus Sicht des Arztes und Bundestagsabgeordneten Stephan Pilsinger kommen sie jedoch zu spät.
07.01.2022 | Stand: 06:57 Uhr

Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger kritisiert, dass neue Kontaktbeschränkungen wie die von der Bundesregierung angedachte 2Gplus-Regelung in Restaurants bereits früher notwendig gewesen wären. „Strengere Kontaktbeschränkungen kommen zu spät und hätten bereits vor Weihnachten erlassen werden müssen“, sagte der Arzt und Bundestagsabgeordnete unserer Redaktion. „Die Feiern mit vielen Personen haben wie ein Brandbeschleuniger für das Virus gewirkt.“

Die geplante Verkürzung der Quarantänezeiten für bestimmte Personengruppen unterstützt Pilsinger– mahnt aber strenge Vorsichtsmaßnahmen an. „Ich halte eine Verkürzung der Isolations- und Quarantänedauer für gewisse Gruppen nur in Kombination mit einem negativen PCR Test für vertretbar“, betonte der Münchner Politiker und ergänzte: „Alles andere ist fahrlässig."

PCR-Test am Ende der Quarantänezeit

Ähnlich argumentierte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen. „Angesichts der bevorstehenden Omikron-Welle ist es wichtig, dass wir sicherstellen, dass Angesteckte erst wieder mit anderen zusammenkommen, wenn sie nicht mehr ansteckend sind“, sagte er unserer Redaktion. Deshalb sei es unerlässlich, dass das Quarantäne-Ende mit einem PCR-Test bestätigt werde.„Was auf keinen Fall passieren darf, ist, dass zum Beispiel Menschen zur Arbeit gehen, die noch ansteckend sind.“ Das sei „allerhöchstens im Katastrophenfall für hochspezialisierte technische Berufe der kritischen Infrastruktur denkbar“.

Dahmen plädierte außerdem für strengere Kontaktbeschränkungen: „Menschen sollten nur noch in Innenräumen zusammenkommen, wenn höhere Sicherheitsmaßnahmen möglich sind“, betonte er. Das setze in der Regel das Tragen von FFP2-Masken voraus. Der Mindeststandard ist in seinen Augen 2Gplus. Dahmen ist außerdem der Meinung, dass „ein vollständiger Impfschutz nur nach dem Boostern oder frisch nach der zweiten Impfung erreicht ist“.

Mehr zur Corona-Krise im Newsblog der Allgäuer Zeitung.

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