Großbrand in Moria

Horst Seehofer: Deutschland wird 100 bis 150 unbegleitete Kinder aus Moria aufnehmen

Horst Seehofer hat sich nach dem Brand im Flüchtlingscamp Moria in einer Pressekonferenz geäußert.

Horst Seehofer hat sich nach dem Brand im Flüchtlingscamp Moria in einer Pressekonferenz geäußert.

Bild: John Macdougall, AFP Pool, dpa

Horst Seehofer hat sich nach dem Brand im Flüchtlingscamp Moria in einer Pressekonferenz geäußert.

Bild: John Macdougall, AFP Pool, dpa

Das sagte der Innenminister in einer Pressekonferenz. Insgesamt werden 400 minderjährige Flüchtlinge auf zehn EU-Länder verteilt.
11.09.2020 | Stand: 10:46 Uhr

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vizepräsidenten der EU-Kommission, Margaritis Schinas, zugesagt, dass Deutschland 100 bis 150 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus dem Camp Moria aufnehmen wird. Das Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos stand diese Woche in Flammen.

Zehn weitere EU-Staaten wollen Kinder aus Moria aufnehmen

Nach dem Großbrand in Moria haben sich nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer neben Deutschland bisher neun weitere EU-Staaten bereit erklärt, sich an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen zu beteiligen. Man sei aber noch mit weiteren Ländern im Gespräch, sagte der CSU-Politiker am Freitag in Berlin. Ein Großteil der Menschen - je 100 bis 150 - werde von Deutschland und Frankreich aufgenommen. Eine genaue Zahl könne aber erst genannt werden, wenn die Gespräche mit den anderen EU-Staaten abgeschlossen seien.

 

Das Lager Moria war in der Nacht zum Mittwoch bei mehreren zeitgleichen Bränden fast vollständig zerstört worden. Statt der vorgesehenen rund 3.000 Migranten waren dort mehr als 12.000 Menschen untergebracht. Einige der Migranten sollen Feuer gelegt haben, nachdem für die Bewohner des Flüchtlingslagers wegen Corona-Infektionen Quarantäne verordnet worden war.

Nach Brand in Moria: Deutschland will mit Hilfsorganisationen sprechen

Seehofer sagte zudem, dass Griechenland am Donnerstag Vorschläge übermittelt habe, wie Deutschland bei der Unterbringung und Versorgung der obdachlos gewordenen Menschen vor Ort helfen könne. Die Bundesregierung wolle sich nun mit den deutschen Hilfsorganisationen zusammensetzen, um möglichst umfassend zu helfen. Welche Bereitschaft die Stadt Kempten signalisiert hat, lesen Sie hier.