Belarus

Hunderte Festnahmen bei Protest gegen Lukaschenko in Belarus

Demonstranten, von denen die meisten Mund-Nasen-Bedeckungen und Fahnen in den Farben der belarussischen Nationalflagge tragen, nehmen an einer Kundgebung der Opposition in Belarus teil, um gegen die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen zu protestieren.

Demonstranten, von denen die meisten Mund-Nasen-Bedeckungen und Fahnen in den Farben der belarussischen Nationalflagge tragen, nehmen an einer Kundgebung der Opposition in Belarus teil, um gegen die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen zu protestieren.

Bild: picture alliance/dpa/AP | Uncredited

Demonstranten, von denen die meisten Mund-Nasen-Bedeckungen und Fahnen in den Farben der belarussischen Nationalflagge tragen, nehmen an einer Kundgebung der Opposition in Belarus teil, um gegen die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen zu protestieren.

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Nach fast fünf Monaten Protesten in Belarus gegen Machthaber Alexander Lukaschenko hat Anführerin Swetlana Tichanowskaja den Mut der Menschen gelobt.
Demonstranten, von denen die meisten Mund-Nasen-Bedeckungen und Fahnen in den Farben der belarussischen Nationalflagge tragen, nehmen an einer Kundgebung der Opposition in Belarus teil, um gegen die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen zu protestieren.
dpa
06.12.2020 | Stand: 19:15 Uhr

Trotz Festnahmen und Polizeigewalt sei der Protest für viele inzwischen Teil des Alltags geworden, sagte die 38-Jährige im Exil zu neuen Kundgebungen am Sonntag. "So wird es bis zum Sieg bleiben." Wieder gab es in der Hauptstadt Minsk und anderen Städten zu Demonstrationen. Mehr als 300 Menschen seien festgenommen worden etwa wegen Verstoßes gegen das Versammlungsverbot und wegen Tragens nicht zugelassener Symbole, teilte das Innenministerium mit.

Viele Menschen versammelten sich trotz Demonstrationsverbots in ihren Wohnvierteln und bildeten dann Demonstrationszüge, wie auf verschiedenen Kanälen des Nachrichtendienstes Telegram zu sehen war. Erneut gingen Uniformierte in Sturmhauben gewaltsam gegen friedliche Lukaschenko-Gegner vor. Das Menschenrechtszentrum Wesna listete am frühen Abend (Ortszeit) die Namen von mehr als 200 Festgenommenen auf. (Lesen Sie auch: Appell aus Deutschland und Schweden: Gewalt in Belarus stoppen)

Die Menschen forderten wie bei vorherigen Sonntagsdemonstrationen den Rücktritt des seit mehr als einem Vierteljahrhundert regierenden Präsidenten. Viele trugen weiß-rot-weiße Fahnen der Opposition. Tichanowskaja, die nach der Präsidentenwahl am 9. August auf Druck Lukaschenkos ins benachbarte EU-Land Litauen ausgereist war, meinte, dass viel erreicht sei.

Swetlana Tichanowskaja zu Protesten in Belarus: "Jeder Sonntagsmarsch ist eine Mahnung"

Es gebe EU-Sanktionen, und Lukaschenko werde vom Westen nicht mehr als Präsident anerkannt. Politisch Verfolgte könnten auf Hilfsprogramme der Demokratiebewegung zurückgreifen. Vor allem aber würden die Menschen gemeinsam für ihre Rechte einstehen und sich den Repressionen nicht mehr beugen. "Wir haben gelernt, stolz darauf zu sein, dass wir Belarussen sind", sagte sie. Jeder Sonntagsmarsch sei eine neue Mahnung, nicht aufzugeben.

Der 66-jährige Lukaschenko gilt als "letzter Diktator Europas". Er hatte sich nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Wahl mit 80,1 Prozent zum Sieger erklären lassen. Die Demokratiebewegung sieht Tichanowskaja Gewinnerin. Sie erklärte sich bereit, das Land übergangsweise nach einem Rücktritt Lukaschenkos zu führen. Die Bewegung fordert auch ein Ende der Polizeigewalt und die Freilassung aller politischen Gefangenen. Bei den Protesten gab es mehrere Tote, Hunderte Verletzte und rund 30 000 Festnahmen.