Sie gilt als erzkonservativ

Irans Präsident Raisi ernennt Akademikerin zur Vizepräsidentin

Ebrahim Raisi, Präsident des Iran hat die Akademikerin Ansieh Chasali zur Vizepräsidentin ernannt.

Ebrahim Raisi, Präsident des Iran hat die Akademikerin Ansieh Chasali zur Vizepräsidentin ernannt.

Bild: Iranian Presidency, dpa

Ebrahim Raisi, Präsident des Iran hat die Akademikerin Ansieh Chasali zur Vizepräsidentin ernannt.

Bild: Iranian Presidency, dpa

Ansieh Chasali ist die neue Vizepräsidentin im Iran. Die Autorin ist mehr religiöse Rechercheurin als Politikerin und gilt als erzkonservativ.
01.09.2021 | Stand: 19:55 Uhr

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi hat die Akademikerin Ansieh Chasali zur Vizepräsidentin ernannt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna vom Mittwoch ist sie die neue Frauen- und Familienbeauftragte im Präsidialamt. Der iranische Präsident hat über zehn Vizepräsidenten, unter anderem den ersten Vize und den Chef der Atomorganisation. Die 58-jährige Chasali ist das erste weibliche Mitglied der Regierung des neuen Präsidenten. Die Vizepräsidenten brauchen im Gegensatz zu den Ministern keine parlamentarische Bestätigung.

Chasali ist die Tochter des Klerikers Abolghassem Chasali und gilt als erzkonservativ. Sie hat einen Doktortitel in arabischer Sprache und Literatur, war Dozentin in mehreren Hochschulen und auch Dekanin an der Frauenuniversität Al-Sahra in Teheran.

Chasali ist religiöse Rechercheurin

Chasali ist mehr als Autorin diverser islamischer Bücher sowie religiöse Rechercheurin bekannt und weniger als Politikerin. Nach Ansicht von Beobachtern wird es die neue Frauenbeauftragte wegen ihrer erzkonservativen Ansichten schwer haben, für die Rechte iranischer Frauen, vor allem die der jungen Generation, einzutreten.

Im Iran haben die Frauen wegen der islamischen Gesetze nicht die gleichen Rechte wie die Männer. Zwar wurden in den vergangenen Jahren viele Gesetze zugunsten der Frauen revidiert, dennoch werden sie in diversen rechtlichen Angelegenheiten wie Scheidung, Sorgerecht der Kinder und Erbangelegenheiten immer noch stark diskriminiert. Außerdem müssen sie seit der islamischen Revolution von 1979 Kopftuch und lange Mäntel tragen, um so ihre Haare und Körperkonturen zu verbergen. Dieses Verbot wird jedoch inzwischen von vielen iranischen Frauen, insbesondere in Großstädten, immer wieder ignoriert.

Lesen Sie auch
##alternative##
Schwer verletzt

Iran: Mann überfährt zwei Frauen wegen "unislamischer" Outfits