CDU-Parteitag

Klima-Aktivistin Luisa Neubauer kritisiert Laschet - Spahn entschuldigt sich

Luisa Neubauer von "Fridays for Future" stellt konkrete Forderungen an den neuen CDU-Parteichef Armin Laschet.

Luisa Neubauer von "Fridays for Future" stellt konkrete Forderungen an den neuen CDU-Parteichef Armin Laschet.

Bild: Kay Nietfeld, dpa (Archiv)

Luisa Neubauer von "Fridays for Future" stellt konkrete Forderungen an den neuen CDU-Parteichef Armin Laschet.

Bild: Kay Nietfeld, dpa (Archiv)

Umweltaktivistin Luisa Neubauer von der Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future stellt dem neuen CDU-Chef Armin Laschet ein bescheidenes Zeugnis aus.
Luisa Neubauer von "Fridays for Future" stellt konkrete Forderungen an den neuen CDU-Parteichef Armin Laschet.
dpa
17.01.2021 | Stand: 12:19 Uhr

Neubauer erwartet von Laschet schnell konkrete Konzepte zum Kampf gegen die Klimakrise. "Die klimapolitische Bilanz von Herrn Laschet ist ernüchternd, seine Strategielosigkeit offensichtlich. Ein Weiter-So geht in der Klimakrise nicht auf", sagte Neubauer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Angesichts der beschleunigten Erderhitzung dürften die Herausforderungen nicht als "Modernisierungsprojekt" verklärt werden. "Wie die anderen Entscheidungsträgerinnen muss Laschet anerkennen, dass er jetzt handeln muss, um mittelfristig Krisenlagen in ganz neuen Größenordnungen zu verhindern."

"Fridays vor Future": Bundestagswahl 2021 wird zur "Klimawahl"

Neubauer mahnte, die acht Monate bis zur Bundestagswahl dürften "nicht in Farbenspielereien untergehen", dafür sei zu viel zu tun. "Nicht zuletzt steht noch immer die Frage im Raum, wie eine klimagerechte Corona-Bewältigung aussehen kann - und wer sie initiiert." Fridays For Future werde bis zur "Klimawahl" im September - gemeint ist die Bundestagswahl - nicht nur Druck auf Laschet ausüben, sondern auf alle Parteien.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet war am Samstag zum neuen CDU-Chef gewählt worden. Er und CSU-Chef Markus Söder gelten als mögliche Kanzlerkandidaten der Union.

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future, von der Schwedin Greta Thunberg gegründet, fordert unter anderem, dass sofort alle Subventionen für fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Öl gestrichen werden. Zudem gehöre sofort ein Viertel der Kohlekraft abschaltet. Außerdem braucht es aus Sicht der Aktivisten sofort eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen entsprechend den Kosten, die entstehen.

Jens Spahn bedauert seinen Auftritt beim CDU-Bundesparteitag

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat indes seinen umstrittenen Auftritt beim digitalen CDU-Bundesparteitag bedauert, bei dem er die Fragerunde zu einem Plädoyer für Armin Laschet genutzt hatte. "Ich sehe im Nachhinein: Es war nicht das passende Format", schrieb der CDU-Politiker am Sonntag auf Twitter. "Das bedauere ich." Er habe als Laschets Teampartner vor der Wahl des Parteichefs noch einmal für den NRW-Ministerpräsidenten werben wollen. "Das sorgte und sorgt bei manchen für Irritationen."

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Zugleich rief Spahn die CDU zur Geschlossenheit auf: "Nach unserem Parteitag heißt es nun zusammenstehen, hinter unserem Vorsitzenden Armin Laschet und für den Erfolg der Union."

Spahn hatte sich am Samstag in der Fragerunde nach der Vorstellung der Kandidaten zur Wort gemeldet, aber gar keine Frage gestellt, sondern stattdessen für Armin Laschet geworben: "Armin Laschet hat gezeigt, dass er das Land, dass er die Partei zusammenführen kann. Er lebt Zusammenhalt." Spahn trat später für einen Stellvertreterposten an. Mit 589 Stimmen erhielt er das mit Abstand schlechteste Ergebnis der fünf Bewerber. Dies wurde als die Quittung der Delegierten für seinen Auftritt interpretiert.