Kommentar

Die Idee, Energie zu sparen, ist nicht lächerlich

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ruft dazu auf, den Energieverbrauch zu reduzieren.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ruft dazu auf, den Energieverbrauch zu reduzieren.

Bild: Michael Kappeler, dpa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ruft dazu auf, den Energieverbrauch zu reduzieren.

Bild: Michael Kappeler, dpa

Robert Habeck ruft die Deutschen zum Energiesparen auf. Natürlich lässt sich Putin so nicht beeindrucken. Aber eine Versorgungslücke würde uns alle treffen.
28.06.2022 | Stand: 15:31 Uhr

Jetzt sollen wir also auch noch Energie sparen. Was wollen die denn noch alles von uns? Es geht den Staat überhaupt nichts an, wie warm es in meinem Wohnzimmer ist. Oder, um mit Wolfgang Kubicki zu sprechen: „Ich dusche so lange, bis ich fertig bin.“ Basta! Es macht sich ein seltsamer Trotz breit, wenn es darum geht, welchen Beitrag jeder Einzelne leisten kann, um einigermaßen gut durch die Energiekrise zu kommen.

Klar, man sich darüber lustig machen, wenn der Wirtschaftsminister die Deutschen aufruft, ihren Verbrauch von Strom, Gas und Sprit zu reduzieren. Natürlich wird das Wladimir Putin null beeindrucken. Aber darum geht es doch auch gar nicht. Es geht auch nicht darum, ob sich der einzelne eine hohe Stromrechnung leisten kann und deswegen am liebsten auch noch seine Garage beheizen würde. (Hier finden Sie den aktuellen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland.)

Wenn Firmen stillstehen, weil Gas oder Strom fehlen, ist das ganze Land betroffen

Jeder, der noch in der Lage ist, Ideologie und Sarkasmus kurz auszublenden, könnte sehen, dass ein Energie-Engpass immer alle treffen würde. Wenn Firmen stillstehen, wenn wir im Winter in der Kälte sitzen, wenn Bus und Bahn der Saft ausgeht. Die Idee, dass alle je nach Möglichkeit mithelfen, die Versorgungssicherheit in unserem Land zu gewährleisten, indem sie ihre persönliche Freiheit ein kleines bisschen einschränken, ist nicht lächerlich.

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