Lambrecht: Privilegien für Geimpfte "verbieten sich gegenwärtig"

«Wir sollten die richtigen Diskussionen zur richtigen Zeit führen», mahnt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.

«Wir sollten die richtigen Diskussionen zur richtigen Zeit führen», mahnt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.

Bild: Kay Nietfeld/dpa (Symbolfoto)

«Wir sollten die richtigen Diskussionen zur richtigen Zeit führen», mahnt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.

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Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hält Privilegien für Menschen mit Corona-Impfung zum jetzigen Zeitpunkt für falsch.
«Wir sollten die richtigen Diskussionen zur richtigen Zeit führen», mahnt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.
dpa
29.12.2020 | Stand: 13:27 Uhr

Es sei nicht einmal klar, ob die Impfung auch vor der Weitergabe der Infektion durch den Geimpften schütze, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "Allein deshalb verbieten sich gegenwärtig Privilegien für Geimpfte." Solange nicht allen ein Impfangebot gemacht werden könne, sei es "ein Gebot der Fairness und der Solidarität, Sonderrechte weder einzufordern noch anzubieten."

Derzeit warnen viele Stimmen davor, eine Corona-Impfung zur Voraussetzung für den Zugang zu bestimmten Dienstleistungen oder Orten zu machen. Konkrete Pläne dafür etwa von Unternehmen sind in Deutschland allerdings nicht bekannt.

Nicht die richtige Zeit für Diskussion

"Wir sollten die richtigen Diskussionen zur richtigen Zeit führen", mahnte Lambrecht. Im Augenblick gehe es darum, diejenigen Gruppen zu impfen, bei denen ein besonders hohes Risiko einer schweren Erkrankung bestehe. Anschließend sollten alle Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur Impfung bekommen. "Wir müssen alle unsere Kräfte darauf konzentrieren, dass dies möglichst schnell geschieht", sagte sie.

Auch der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans sprach sich gegen Privilegien für bereits Geimpfte aus - zum jetzigen Zeitpunkt. "Bis eine ausreichende Zahl von Menschen geimpft ist, sollten die Regeln für alle gleich sein", sagte Walter-Borjans dem "Tagesspiegel". "Es wäre falsch, Menschen zu bevorteilen, weil sie früher an der Reihe waren als andere, zumal noch nicht einmal gesichert ist, ob von Geimpften keinerlei Ansteckungsgefahr mehr ausgeht." Die Zahl der Impfgegner, werde "am Ende überschaubar sein und nur insofern ins Gewicht fallen, als diese Gruppe sich selbst gefährdet."