Angeblicher Ausreiseversuch

Nach Festnahme an der Grenze: Kolesnikowa soll Belarus verlassen haben

Maria Kolesnikowa, eine der Oppositionsführerinnen von Belarus (Weißrussland), gestikuliert vor einer Polizistenbarrikade. Eine der wichtigsten Anführerinnen der Opposition in Belarus soll am Montag an der Grenze festgenommen worden sein.

Maria Kolesnikowa, eine der Oppositionsführerinnen von Belarus (Weißrussland), gestikuliert vor einer Polizistenbarrikade. Eine der wichtigsten Anführerinnen der Opposition in Belarus soll am Montag an der Grenze festgenommen worden sein.

Bild: unbekannt/dpa (Archivbild)

Maria Kolesnikowa, eine der Oppositionsführerinnen von Belarus (Weißrussland), gestikuliert vor einer Polizistenbarrikade. Eine der wichtigsten Anführerinnen der Opposition in Belarus soll am Montag an der Grenze festgenommen worden sein.

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Angeblich soll die Oppositionelle Kolesnikowa versucht haben, Belarus zu veralssen und wurde dabei festgenommen. Nun soll sie ausgereist sein.
Maria Kolesnikowa, eine der Oppositionsführerinnen von Belarus (Weißrussland), gestikuliert vor einer Polizistenbarrikade. Eine der wichtigsten Anführerinnen der Opposition in Belarus soll am Montag an der Grenze festgenommen worden sein.
dpa
08.09.2020 | Stand: 08:05 Uhr

Nach ihrem Verschwinden hat die Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa nach Angaben des Grenzschutzes Belarus (Weißrussland) verlassen. Sie halte sich in der Ukraine auf, teilten die Behörden mehreren Medien zufolge am Dienstagmorgen mit. Am frühen Morgen habe sie die Grenze gemeinsam mit ihrem Mitarbeiter Iwan Krawzow und ihrem Sprecher Anton Rodnenkow passiert.

Kolesnikowa sei beim illegalen Ausreiseversuch festgenommen worden

Die Staatsagentur Belta meldete, Kolesnikowa habe versucht, das Land illegal zu verlassen. Dabei sei sie festgenommen worden. Sie habe danach dennoch ausreisen können, hieß es. Von ihrem Team gab es zunächst keine Bestätigung für diese Informationen.

Seit Montagvormittag gab es von der einer der wichtigsten Anführerinnen der Proteste gegen Staatschef Alexander Lukaschenko kein Lebenszeichen. Der Koordinierungsrat der Demokratiebewegung, dem sie angehört, ging davon aus, dass Kolesnikowa im Zentrum der Hauptstadt Minsk von Unbekannten entführt worden war. Das Innenministerium hatte mitgeteilt, es habe Kolesnikowa nicht festgenommen. Der Rat forderte die sofortige Freilassung.

Staatschef Lukaschenko ließ mehrere Mitglieder des Koordinierungsrats festnehmen

Lukaschenko geht seit Tagen gegen den Koordinierungsrat vor und ließ mehrere Mitglieder festnehmen. Der Rat will einen friedlichen Machtübergang durch Dialog erreichen. Kolesnikowa ist eine der wichtigsten Oppositionellen, die sich gegen Lukaschenko stellen.

Seit mehr als vier Wochen kommt es in Belarus zu Protesten gegen Lukaschenko. Hintergrund ist die Präsidentenwahl, bei der er sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären ließ. Die Opposition hält dagegen Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Die Abstimmung steht international als grob gefälscht in der Kritik.

(Welche Reformen Lukaschenko nach den Massenprotesten ankündigte, lesen Sie hier.)