Corona-Impfung

Nach Krankmeldungen: Impfungen mit Astrazeneca-Stoff teils gestoppt

Ist der Astrazeneca-Impfstoff nicht so gut wie gedacht? In Niedersachsen klagen viele Menschen über Nebenwirkungen.

Ist der Astrazeneca-Impfstoff nicht so gut wie gedacht? In Niedersachsen klagen viele Menschen über Nebenwirkungen.

Bild: Alessandra Tarantino, dpa (Symbolbild)

Ist der Astrazeneca-Impfstoff nicht so gut wie gedacht? In Niedersachsen klagen viele Menschen über Nebenwirkungen.

Bild: Alessandra Tarantino, dpa (Symbolbild)

Weil mehrere Klinik-Angestellte über Nebenwirkungen klagten, wird in Niedersachsen an zwei Orten nicht mehr mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft.
Ist der Astrazeneca-Impfstoff nicht so gut wie gedacht? In Niedersachsen klagen viele Menschen über Nebenwirkungen.
dpa
16.02.2021 | Stand: 18:28 Uhr

Nach Klagen von Klinik-Angestellten über Nebenwirkungen sind in Niedersachsen Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca an zwei Orten gestoppt worden. Das Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig teilte am Dienstag auf Anfrage mit, geplante Impfungen mit diesem Präparat zu verschieben. Zunächst hatte die Braunschweiger Zeitung berichtet. Am Klinikum Emden galt zwischenzeitlich ebenfalls ein Stopp für Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel. Am Dienstagabend gab der Landkreis Leer dafür aber wieder grünes Licht.

Mehrere Angestellte meldeten sich krank

In der Braunschweiger Klinik traten von 88 Beschäftigten, die am Donnerstag geimpft wurden, 37 wegen "Impfreaktionen" vorübergehend nicht zur Arbeit an. Die weiteren Impfungen würden nun ausgesetzt - auch, um den Betrieb nicht zu gefährden, sagte eine Sprecherin. Auch am Klinikum Emden meldeten sich Beschäftigte nach Impfungen krank. Daraufhin kündigte der Landkreis Leer zunächst ebenfalls an, das Mittel nicht mehr zu spritzen. "Denn unsere Impfdosen stammen vermutlich aus der gleichen Charge wie in Emden", hieß es. Nach Rücksprache mit dem Land wurde dies wieder aufgehoben. (Lesen Sie auch: Johnson&Johnson beantragt Impfstoff-Zulassung)

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) können Reaktionen sowohl bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna als auch beim Vektor-basierten Astrazeneca-Präparat auftreten. Der Leiter des Krisenstabs des Landes Niedersachsen, Heiger Scholz, zeigte sich am Dienstag aber überrascht angesichts des vermehrten Auftretens von Nebenwirkungen. Ein Chargenproblem sei nicht auszuschließen. Niemand habe aber mit Komplikationen in eine Klinik gemusst, sagte Scholz. Letztlich seien die erwartbaren Nebenwirkungen ein positives Zeichen - man sehe, dass der Impfstoff wirke.

Wie sicher ist der Astrazeneca-Impfstoff?

Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut wurde informiert. Eine Einschätzung zu den konkreten Fällen sei derzeit noch nicht möglich, sagte eine Sprecherin des Instituts der Braunschweiger Zeitung. Aktuell werde untersucht, ob die Reaktionen über das hinausgingen, was in den klinischen Prüfungen beobachtet wurde. Der Hersteller sieht keinen Grund zu Sorge. "Derzeit sind die gemeldeten Reaktionen so, wie wir sie aufgrund der Erkenntnisse aus unserem klinischen Studienprogramm erwarten würden", teilte Astrazeneca am Montag auf Anfrage mit.

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