Vergifteter Kremlkritiker

Nawalny will nach Klinik-Entlassung mit Physiotherapeuten arbeiten

Das Instagram-Foto zeigt Alexej Nawalny und seine Frau Julia. Nach 32-tägiger Behandlung ist der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny aus der Berliner Charité entlassen worden.

Das Instagram-Foto zeigt Alexej Nawalny und seine Frau Julia. Nach 32-tägiger Behandlung ist der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny aus der Berliner Charité entlassen worden.

Bild: Uncredited/Navalny/Instagram/AP/dpa

Das Instagram-Foto zeigt Alexej Nawalny und seine Frau Julia. Nach 32-tägiger Behandlung ist der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny aus der Berliner Charité entlassen worden.

Bild: Uncredited/Navalny/Instagram/AP/dpa

Der vergiftete Kremlkritiker Alexej Nawalny will nach seiner Entlassung aus der Berliner Charité mit Hilfe von Spezialisten wieder zu Kräften kommen.
Das Instagram-Foto zeigt Alexej Nawalny und seine Frau Julia. Nach 32-tägiger Behandlung ist der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny aus der Berliner Charité entlassen worden.
dpa
23.09.2020 | Stand: 13:16 Uhr

"Ich will auf einem Bein stehen. Die Kontrolle über die Finger zurückerlangen. Gleichgewicht halten", schrieb Nawalny am Mittwoch auf Instagram. Er wolle jeden Tag mit Physiotherapeuten trainieren und möglicherweise in ein Reha-Zentrum gehen. Ob er bald in seine Heimat Russland zurückkehren oder zunächst in Deutschland bleiben werde, teilte er nicht mit.

Er lag wochenlang im Koma

Nawalny wurde am Mittwoch nach mehr als einem Monat aus der stationären Behandlung entlassen. Der 44-Jährige war im August auf einem Inlandsflug in Russland zusammengebrochen. Kurz drauf wurde er auf Drängen seiner Familie nach Deutschland ausgeflogen. Wochenlang lag er in einem künstlichen Koma.

Nach Angaben von Speziallaboren wurde er mit einem international verbotenen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Russland weist bisher alle Vorwürfe zurück, in den Fall verwickelt zu sein.

Nawalny: Deutsche Ärzte leiteten "unglaubliche Arbeit"

Nawalny betonte, dass er sich selbst nicht mehr erkannt habe, als er nach wochenlangem Koma zum ersten Mal in den Spiegel geblickt habe. Jetzt müsse er sein Leben wieder normalisieren, schrieb er weiter. "Das Gehirn will einige Bewegungen einfach nicht machen."

Es gelinge ihm noch nicht, einen Ball zu werfen oder mit der Hand zu schreiben. Er dankte abermals den deutschen Ärzten für ihre Bemühungen. "Sie haben unglaubliche Arbeit geleistet."