Wissenschaft

Physik-Nobelpreis auch für Forscher in Bayern - Freude in Garching

Der Physik-Nobelpreis geht auch an Reinhard Genzel, Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

Der Physik-Nobelpreis geht auch an Reinhard Genzel, Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

Bild: picture alliance/Fernando Vergara/AP/dpa

Der Physik-Nobelpreis geht auch an Reinhard Genzel, Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

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Der deutsche Physiker Reinhard Genzel zählt zu den Physik-Nobelpreisträgern. In welchem Bereich er beeindruckende Forschungsarbeit leistet.
Der Physik-Nobelpreis geht auch an Reinhard Genzel, Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München.
dpa
06.10.2020 | Stand: 13:25 Uhr

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zur einen Hälfte an Roger Penrose (Großbritannien) sowie zur anderen Hälfte an Reinhard Genzel (Deutschland) und Andrea Ghez (USA) für ihre Forschungen zu Schwarzen Löchern. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Reinhard Genzel ist Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

Roger Penrose (geboren 1931) bekommt den Preis für die Entdeckung, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine robuste Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie ist. Reinhard Genzel (geboren 1952) und Andrea Ghez (geboren 1965) werden ausgezeichnet für die Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie.

Penrose erfand geniale mathematische Methoden, um Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie zu erforschen, wie das Nobelkomitee mitteilte. Er habe gezeigt, dass diese Theorie zur Bildung von Schwarzen Löchern führt, jenen Monstern in Zeit und Raum, die alles erfassen, was ihnen nahe kommt.

Forschung über "supermassives" Schwarzes Loch

Genzel und Ghez entdeckten, dass ein unsichtbares und extrem schweres Objekt die Umlaufbahnen der Sterne im Zentrum unserer Galaxie beherrscht. Ein supermassives Schwarzes Loch sei dafür die einzige derzeit bekannte Erklärung.

Der Nobelpreis für Physik für Genzel hat in Garching bei München große Freude ausgelöst. Die Verleihung sei für das Institut eine große Ehre, sagte Genzels Sekretärin am Dienstag. Das Telefon stehe seitdem nicht mehr still. Am Nachmittag sei eine Pressekonferenz geplant - wann, war zunächst noch unklar.

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 950 000 Euro) dotiert - eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.

Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 haben 212 Forscher den Physik-Nobelpreis erhalten, darunter drei Frauen. Der US-Amerikaner John Bardeen bekam ihn zweimal.

Am Montag war der Nobelpreis für Medizin den Virologen Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) zuerkannt worden. Sie hatten laut Nobelkomitee maßgeblich dazu beigetragen, das Hepatitis-C-Virus nachweisen und beseitigen zu können. Die daraus folgenden Bluttests und Medikamente hätten Millionen Menschen das Leben gerettet.

Wer erhält den Friedensnobelpreis?

Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises verkündet. Am Tag darauf folgt die Bekanntgabe des diesjährigen Literatur-Nobelpreisträgers. Am Freitag wird verkündet, wer den diesjährigen Friedens-Nobelpreis erhält. Der Reigen endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten Wirtschafts-Nobelpreis.

Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.