Belarus

Polens Verteidigungsministerium: Immer mehr Migranten bei Kuznica

Die Situation an der Grenze zwischen Polen und Belarus ist äußerst angespannt.

Die Situation an der Grenze zwischen Polen und Belarus ist äußerst angespannt.

Bild: Oksana Manchuk, BelTA,AP, dpa

Die Situation an der Grenze zwischen Polen und Belarus ist äußerst angespannt.

Bild: Oksana Manchuk, BelTA,AP, dpa

Laut Grenzschutz warten inzwischen Hunderte Migranten in Belarus an der Grenze zu Polen. Das polnische Verteidigungsministerium berichtet von Schüssen.
15.11.2021 | Stand: 14:45 Uhr

An der EU-Außengrenze zwischen Polen und Belarus kommen nach polnischen Angaben auf der belarussischen Seite des Übergangs Kuznica immer mehr Migranten zusammen. Weitere Flüchtlingsgruppen würden von belarussischen Sicherheitskräften dorthin getrieben, teilte das Verteidigungsministerium in Warschau am Montag per Twitter mit. Das Zeltlager in der Nähe sei praktisch leer.

Polnischer Grenzschutz geht von mehreren Hundert Migranten an der Grenze aus

Dazu postete das Ministerium mehrere Videos. Sie zeigen eine große Menschenmenge bei den Abfertigungsanlagen des geschlossenen Grenzübergangs auf belarussischer Seite sowie Migranten, die auf einem Forstweg laufen. Den Angaben zufolge kommt es auch zu Provokationen durch belarussische Uniformierte. "Das Geräusch von Schüssen, vermutlich aus blinder Munition, gehört zu den alltäglichen Ereignissen, mit denen unsere Soldaten und Beamten fertig werden müssen."

Eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes sagte, die Zahl der Migranten beim Grenzübergang Kuznica werde auf mehrere Hundert geschätzt. "Wir rechnen damit, dass es einen Versuch geben wird, die Grenze mit Gewalt zu überwinden. Momentan haben wir alle Kräfte dorthin geordert, die wir zur Verfügung haben." Auch der belarussische Grenzschutz berichtete am Mittag, dass eine "große Kolonne" sich in Richtung polnischer Grenze bewege. Entgegen der polnischen Darstellung betonte die belarussischen Behörde, die Migranten organisierten sich eigenständig.

Polen lässt Journalisten und Helfer nicht in die Grenzregion

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, da Polen in der Grenzregion den Ausnahmezustand verhängt hat. Journalisten und Helfer dürfen nicht hinein. Das gilt auch für das Grenzgebiet auf belarussischer Seite. An Polens Grenze zu Belarus harren auf der belarussischen Seite seit mehreren Tagen Tausende Migranten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in provisorischen Camps im Wald aus. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko wird beschuldigt, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen.

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