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Pressestimmen zu Olaf Scholz als Kanzlerkandidat: "Er ist der Angelo Merkel der SPD"

Olaf Scholz wird Kanzlerkandidat der SPD. Das steht seit heute fest. Könnte er Angela Merkel beerben? Hier Reaktionen und Pressestimmen.

Olaf Scholz wird Kanzlerkandidat der SPD. Das steht seit heute fest. Könnte er Angela Merkel beerben? Hier Reaktionen und Pressestimmen.

Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa (Archivbild)

Olaf Scholz wird Kanzlerkandidat der SPD. Das steht seit heute fest. Könnte er Angela Merkel beerben? Hier Reaktionen und Pressestimmen.

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Olaf Scholz wird Kanzlerkandidat der SPD. Das steht seit heute fest. Könnte er Angela Merkel beerben? Hier Reaktionen und Pressestimmen.

Von Allgäuer Zeitung
10.08.2020 | Stand: 20:36 Uhr

Olaf Scholz tritt für die SPD als möglicher nächster Kanzler an. Kann er das? Hier die Pressestimmen.

"Ein Kandidat Olaf Scholz könnte der SPD Aufwind verschaffen. Dass dieser aber kräftig genug wird, um den Vize-Kanzler zum Nachfolger Angela Merkels zu machen, glauben aber wahrscheinlich nur ganz große Optimisten." Deutsche Welle

"Wenn Esken und Walter-Borjans ein Gefühl für die Stimmungslage in der Partei und, noch viel wichtiger, in der Bevölkerung haben, dann mussten sie sich eingestehen, die Falschen für die Kanzlerkandidatur zu sein. Olaf Scholz hingegen ist der einzige, dem zumindest die Kandidatur zugetraut wird; das Amt an sich aber eher (noch) nicht. Über ein Jahr hat Scholz nun Zeit, daran zu arbeiten." Nordbayern.de

"Die Genossen schicken den Mann ins Rennen ums Kanzleramt, den sie an der Spitze der SPD nicht wollten. Doch Scholz kann die eigentlich nicht vorhandenen Chancen der Sozialdemokraten am ehesten nutzen." Süddeutsche

"Die frühe Nominierung birgt Gefahren für Scholz: ab sofort steht er als Zielscheibe auf der politischen Bühne. Ein Kandidat zieht ganz andere Pfeile an als ein Nur-Finanzminister. Aber auch die exekutive Verantwortung - Stichwort Wirecard - bringt Verwundbarkeiten, die dann auf die Kanzlerkandidatur durchschlagen.Der vermeintliche Vorteil einer frühen Nominierung birgt ein hohes Risiko. Jede Woche in der Politik ist lang - und bis zur Bundestagswahl sind es noch sehr viele Wochen, von diesem vorfrühen Spätsommer bis zum Herbst 2021." ZDF

Olaf Scholz als Kanzlerkandidat: Erst Mutti, dann Vati

"Die Mission Olaf Scholz ist also verwegen. Was ihm zugutekommt: Dass der 62-jährige Hamburger wie selbstverständlich vom Kanzleramt spricht, nimmt man ihm trotz der desaströsen Umfragewerte ab. Das Selbstbewusstsein von Scholz entwächst nicht irgendeiner Hybris. Dieses Amt ist ihm zuzutrauen, ganz unabhängig von der politischen Einstellung. Allein so gesehen ist seine Kandidatur ein Segen: Regierungsoberhaupt, das sollte ein Job eher für ruhige und überlegte Zeitgenossen sein, dem Populismus abgeneigt, zäh, akribisch, intelligent, diszipliniert. All dies trifft auf Scholz zu, der als Arbeitsminister, Erster Bürgermeister Hamburgs und Finanzminister gezeigt kann, dass er Verantwortung schultert. Er ist der Angelo Merkel der SPD." Yahoo

"Der Niedergang der SPD ist historisch bedingt, aber nicht unumkehrbar. Die Partei hat sich bereits verändert, und die Welt um sie herum noch viel mehr. Angesichts der Neuaufstellung nach der Ära Merkel wäre die Nominierung eines Linkskandidaten der falsche Schluss gewesen. Das bedeutet nicht, dass Olaf Scholz die SPD auch tatsächlich aus der Krise führen wird. Aber im Moment gilt: Wenn nicht er, dann keiner." Zeit 

"Diesmal eine Menge richtig gemacht SPD"

"Früher ein linker Juso, jetzt einer, der in der Corona-Krise die Schwarze Null abhakt und Hilfspakete heraus-wummst – das geht zusammen. Und stärkt die Einigkeit in der Partei, mit linker Spitze und gemäßigtem Kanzlerkandidaten. Also: diesmal eine Menge richtig gemacht SPD – wenn die eigene Geschlossenheit hält." NDR

"Die SPD hat die beste Wahl getroffen, die sie treffen konnte. Doch die ist voller Risiken. Die Sozialdemokraten können nur eines haben – entweder einen Kandidaten Scholz, der Stabilität verspricht, oder ein dezidiert linkes Wahlprogramm. Ob die SPD das noch einsehen wird, ist im heißen Sommer 2020 eine weiter offene Frage." Tagesspiegel

"Erst Mutti, dann Vati: Die SPD-Spitze nominiert den Finanzminister Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten. Damit löst sie mehrere Probleme auf einmal." Berliner Zeitung