Weltall

Raketentest: USA werfen Russland Gefährdung von ISS-Astronauten vor

US-Außenminister Antony Blinken.

US-Außenminister Antony Blinken.

Bild: Olivier Douliery/Pool AFP/AP/dpa

US-Außenminister Antony Blinken.

Bild: Olivier Douliery/Pool AFP/AP/dpa

Die US-Regierung wirft Russland vor, die Sicherheit von Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS durch den Test einer Anti-Satelliten-Rakete gefährdet zu haben.
##alternative##
dpa
16.11.2021 | Stand: 05:03 Uhr

"Wir verurteilen Russlands rücksichtslosen Test", teilte US-Außenminister Antony Blinken am Montagabend (Ortszeit) mit. Mit dem Beschuss eines russischen Satelliten sei Weltraumschrott entstanden, "der das Leben von Astronauten, die Integrität der Internationalen Raumstation und die Interessen aller Nationen gefährdet". Auf der ISS hält sich derzeit auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf.

Das Weltraumkommando (Space Command) der US-Streitkräfte teilte mit, der Test vom Montag habe bislang mehr als 1500 nachverfolgbare Trümmerteile in der erdnahen Umlaufbahn produziert. Vermutlich würden diese letztlich in Hunderttausende kleinere Trümmer zerfallen und "über Jahre und möglicherweise Jahrzehnte in der Umlaufbahn verbleiben". Dies bedeute "ein erhebliches Risiko für die Besatzung der Internationalen Raumstation und andere bemannte Raumfahrtaktivitäten sowie für die Satelliten mehrerer Länder".

(Lesen SIe auch: Nach Ankunft auf der Raumstation ISS: So geht es für Astronaut Maurer weiter)

"Russland hat gezeigt, dass es die Sicherheit, den Schutz, die Stabilität und die langfristige Nachhaltigkeit des Weltraums für alle Nationen bewusst missachtet", kritisierte US-General James Dickinson. "Russland entwickelt und setzt Fähigkeiten ein, um den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten und Partnern den Zugang zum Weltraum und dessen Nutzung aktiv zu verweigern."

(Lesen Sie auch: Raumfahrtfirma von Amazon-Gründer Bezos plant Station im All)

Lesen Sie auch
##alternative##
Mission zur Weltraumstation

Start wieder verschoben: Astronaut Maurer muss auf Flug zur ISS warten

Wegen einer möglichen Kollision mit Weltraumschrott war die ISS am Montag zweimal kurzzeitig geräumt worden. Der Kosmonaut Pjotr Dubrow sagte der russischen Staatsagentur Tass zufolge, die sieben Raumfahrer hätten sich in beiden Fällen in zwei an der Station angedockten Raumschiffen in Sicherheit gebracht. Maurer wechselte laut der Europäischen Weltraumorganisation Esa in die "Crew Dragon", mit der der Saarländer erst am Freitag vergangener Woche den Außenposten der Menschheit erreicht hatte. Im Falle eines Zusammenstoßes hätte die Besatzung so schnell zur Erde zurückfliegen können.