Infektionsgeschehen in Deutschland

RKI betont Ernst der Corona-Lage: Maßnahmen noch Monate nötig

Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) nach wie vor sehr ernst.

Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) nach wie vor sehr ernst.

Bild: Sven Hoppe, dpa

Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) nach wie vor sehr ernst.

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Die Fallzahlen in Deutschland sind nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) immer noch sehr hoch. Kliniken melden zudem zunehmend Engpässe.
Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) nach wie vor sehr ernst.
dpa
12.11.2020 | Stand: 12:51 Uhr

Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) nach wie vor sehr ernst. Das Infektionsgeschehen nehme immer noch in ganz Deutschland zu, Kliniken meldeten zunehmend Engpässe, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. In seinen jüngsten Zahlen registrierte das RKI fast 22.000 neue Infektionen - knapp 3400 mehr als am Mittwoch. All diese Menschen könnten weitere anstecken, sagte Wieler. Die Zahl der Intensivpatienten und der Toten steige - und werde das mit zeitlichem Verzug auch weiter tun. Es sei damit zu rechnen, dass manche Kliniken an ihre Kapazitätsgrenzen kämen.

Vorsichtig optimistisch stimme ihn aber, dass die Kurve der Neuinfektionen zuletzt weniger steil gestiegen sei, schilderte Wieler. Noch wisse man aber nicht, ob es sich dabei um eine stabile Entwicklung handele. Es sei abzuwarten, ob sich dies fortsetze. Auch für eine Beurteilung der Effekte des Teil-Lockdowns sei es deshalb noch zu früh. Wie schnell das Infektionsgeschehen abgebremst werden könne, hänge vom Verhalten der Menschen ab.

Wieler: Noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen

Wieler rief zum Einhalten der Maßnahmen auf: Regeln wie Abstandhalten, Hygiene und Lüften würden die Menschen noch lange begleiten. "Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen", sagte er. Es gebe in Deutschland beachtliche Erfolge. "Wir sind diesem Virus nicht hoffnungslos ausgeliefert." Die Mehrheit der Bevölkerung habe den Sinn der Maßnahmen verstanden.

Der Mikrobiologe und Veterinärmediziner mahnte aber auch, dass es für eine entspanntere Sicht der Dinge zu früh sei. Rund die Hälfte der Kliniken in Deutschland melde inzwischen Engpässe. Häufigster Grund sei das Personal, das zum Teil ebenfalls erkranke oder in Quarantäne müsse, sagte Wieler und bezog sich auf Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Es gelte zu verhindern, dass sich die Situation weiter zuspitze.

So wenige Infektionen wie möglich zulassen

Ziel sei nach wie vor, die Zahl der Neuinfektionen wieder auf ein Level zu bringen, mit dem auch die Krankenhäuser umgehen können. Es gelte, so wenige Infektionen wie möglich zuzulassen. Ein bisheriger Höchststand der registrierten Infektionen war am Samstag mit 23.399 Fällen innerhalb von 24 Stunden erreicht worden. Die Dunkelziffer kann in Hotspots nach RKI-Schätzungen allerdings vier- bis fünfmal so hoch liegen.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 727.553 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 12.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 215 auf insgesamt 11.982. Wieler sagte, eine halbe Million Menschen habe die Erkrankung überstanden.

Bund und Länder beraten am Montag

Die Infektionszahlen sind auch mit Blick auf die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Montag von Bedeutung. Die Runde hatte am 28. Oktober einen Teil-Lockdown beschlossen, der seit dem 2. November zunächst bis Monatsende gilt. Unter anderem müssen viele Freizeiteinrichtungen und Restaurants geschlossen bleiben. Nach 14 Tagen - also am kommenden Montag - soll eine Zwischenbilanz gezogen und Maßnahmen möglicherweise verändert werden.

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