"Kontakte müssen eingeschränkt werden"

RKI-Chef: Auch fünfte Corona-Welle bei zu wenig Impfungen möglich

RKI-Chef Lothar Wieler warnt schon jetzt vor einer fünften Corona-Welle.

RKI-Chef Lothar Wieler warnt schon jetzt vor einer fünften Corona-Welle.

Bild: Kay Nietfeld, dpa

RKI-Chef Lothar Wieler warnt schon jetzt vor einer fünften Corona-Welle.

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Nach der zweiten Corona-Welle im Herbst und Winter 2020 folgte recht kurz darauf eine dritte. Auch nach Nummer vier muss nicht Schluss sein, warnt der RKI-Chef.
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dpa
21.11.2021 | Stand: 10:32 Uhr

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, warnt in der Corona-Krise vor der nächsten Welle, falls Gegenmaßnahmen nicht schneller umgesetzt werden. "Wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen nicht intensiv gelingt, werden wir nach den jetzigen Modellierungen auch noch eine fünfte Welle bekommen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreichte am Sonntag erneut einen Höchststand. Mit harten Gegenmaßnahmen wie in Sachsen oder Bayern ist nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach lokal auch anderen Bundesländern zu rechnen.

Wieler: Kontakte müssen reduziert werden

"Der weitere Verlauf des Winters hängt stark davon ab, was jetzt geschieht", sagte Wieler. "Es muss jetzt rasch dafür gesorgt werden, dass flächendeckend in Deutschland die Kontakte der Menschen eingeschränkt werden." Impfen und 2G reichen seiner Ansicht nach nicht mehr aus. Wieler fordert schon seit Tagen, dass große Feiern, Großveranstaltungen und große Menschenansammlungen in Innenräumen vermieden werden sollten.

"In den Bundesländern, in denen die Zahlen jetzt noch niedrig sind, haben wir mit Kontaktbeschränkungen die Chance, die Zahlen auch niedrig zu halten. Dort, wo die Zahlen hoch sind, ist es eigentlich sehr spät, wenn nicht zu spät", sagte der RKI-Präsident.

Harte Corona-Maßnahmen für Bayern und Sachsen

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Besonders harte kurzfristige Gegenmaßnahmen hatten die stark betroffenen Bundesländer Sachsen und Bayern am Freitag angekündigt. In Sachsen sollen von Montag an für drei Wochen weite Teile des öffentlichen Lebens eingeschränkt werden. Geschlossen werden Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Bars, Clubs und Diskotheken. Weihnachtsmärkte und touristischen Übernachtungen sind nicht mehr erlaubt, und Restaurants bekommen begrenzte Öffnungszeiten.

In Bayern sollen ab Mittwoch für Ungeimpfte strikte Kontaktbeschränkungen gelten. Clubs, Diskotheken und Bars müssen für die nächsten drei Wochen schließen, Weihnachtsmärkte soll es nicht geben. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen wird die Zuschauerzahl deutlich begrenzt. In extremen Hotspots werden zudem weite Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren (hier alle neuen Regeln im Überblick).

Lauterbach rechnet mit Einschränkungen in weiteren Bundesländern

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet mit ähnlichen Schritten auch in anderen Bundesländern. "Wir sind in eine so schwierige Lage gekommen, dass es auch in anderen Bundesländern - zumindest in Teilen anderer Bundesländer - so hohe Fallzahlen geben wird, auch Hospitalisierungen geben wird, dass wir dort auch also lokal Dinge schließen müssen", sagte er am Samstag im Deutschlandfunk.

Dem Portal "t-online" sagte er: "Ich hoffe wirklich, dass wir ähnlich drastische Maßnahmen wie in Österreich noch verhindern können. Aber das heißt eben auch: Wir müssen jetzt wirklich richtig Ernst machen. Anders wird es uns nicht gelingen." Ganz Österreich geht ab Montag in einen erneuten Lockdown, der für Geimpfte und Genesene spätestens am 13. Dezember enden soll.

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