Ryanair-Flüge

Ryanair kündigt harten Preiskampf in Europas Luftverkehr an

Europas größter Billigflieger Ryanair will mit Kampfpreisen aus der Corona-Krise fliegen.

Europas größter Billigflieger Ryanair will mit Kampfpreisen aus der Corona-Krise fliegen.

Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Soeren Stache

Europas größter Billigflieger Ryanair will mit Kampfpreisen aus der Corona-Krise fliegen.

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Nach Überwindung der Corona-Krise will Billigflieger Ryanair mit Niedrigpreisen seine Marktstellung in Europa ausbauen. Helfen soll ein umstrittenes Flugzeug.
Europas größter Billigflieger Ryanair will mit Kampfpreisen aus der Corona-Krise fliegen.
dpa
07.12.2020 | Stand: 16:56 Uhr

Europas größter Billigflieger Ryanair will mit Kampfpreisen aus der Corona-Krise fliegen. Allein über günstige Ticketpreise könne nach Einführung eines Corona-Impfstoffes die Nachfrage wieder schnell auf Vorkrisen-Niveau gebracht werden, sagte der Chef der Ryanair-Gruppe, Michael O'Leary, am Montag bei einem Gespräch mit der Lotsen-Dachorganisation Eurocontrol in Brüssel. Ryanair plane, sein Angebot in ganz Europa stark auszubauen und setze dabei auf die Kooperation der Flughäfen.

O'Leary hielt den staatlich gestützten Netzgesellschaften wie Lufthansa, Alitalia oder Air France/KLM vor, das Flugangebot auch nach der Pandemie künstlich knapp halten zu wollen, um höhere Ticketpreise durchzusetzen. Die Aussetzung der Regulierung von Start-und Landerechten schütze ihre Stellung an den großen Flughäfen. Ryanair hat ein Dutzend Klagen gegen Staatshilfen für europäische Airlines angekündigt, darunter gegen die deutschen Gesellschaften Condor und Lufthansa. (Lesen Sie auch: Winterflugplan 2020/2021 beim Allgäu Airport: Welche Flüge fallen jetzt weg, welche kommen hinzu?)

Erst in der vergangenen Woche hatten die Iren bekanntgegeben, dass sie 75 weitere Boeing-Jets vom Krisentyp 737 Max kaufen wollen. Die Fluggesellschaft hält damit trotz Corona-Krise am geplanten Auftragsvolumen von 210 Exemplaren fest. Spätestens ab dem Jahr 2022 werde man Kurs auf das Ziel nehmen, mehr als 200 Millionen Passagiere im Jahr zu fliegen, sagte O'Leary. Im bisherigen Rekordjahr 2019 hatte Ryanair 152 Millionen Gäste. O'Leary appellierte an die Staaten, spezische Abgaben wie die deutsche Luftverkehrssteuer abzuschaffen. Die Flughäfen sollten ihre Gebühren absenken, um die Nachfrage zu stimulieren. Es gebe dazu in vielen Ländern positive Signale.

Rynair: Boeing 737 als neue Standartmaschine

Die neue Ryanair-Standardmaschine bezeichnete O'Leary erneut als "Gamechanger". Das neue Flugzeug könne 4 Prozent mehr Passagiere mitnehmen bei einem Verbrauch von 16 Prozent weniger Kerosin. Die Boeing 737 Max war im März 2019 nach zwei Abstürzen mit 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke galt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm, das die Maschinen Richtung Boden lenkte. Im November wurden die Flugverbote in den USA, in Europa und in Brasilien unter strikten Auflagen aufgehoben.

Der Ryanair-Chef rechnet nicht mit größeren Vorbehalten der Fluggäste gegen die neueste Ausgabe der Boeing 737. Es könne pro Flug "ein oder zwei" Passagiere mit Bedenken geben, meint O'Leary. Diese werde man kostenfrei auf die nächste Verbindung umbuchen. Die meisten Leute wüssten aber ohnehin nicht, in welchem Flugzeug sie unterwegs seien. (Lesen Sie auch: Fliegende Intensivstation landet erstmals in Memmingen)