Erneut Angriff in Frankreich

Schüsse auf orthodoxen Priester in Lyon - Festnahme

Eine Frau geht an einer Kirche vorbei, vor der ein griechisch-orthodoxer Priester angeschossen wurde. Der griechische Priester sei dabei gewesen, die Kirche zu schließen

Eine Frau geht an einer Kirche vorbei, vor der ein griechisch-orthodoxer Priester angeschossen wurde. Der griechische Priester sei dabei gewesen, die Kirche zu schließen

Bild: picture alliance/Laurent Cipriani/AP/dpa

Eine Frau geht an einer Kirche vorbei, vor der ein griechisch-orthodoxer Priester angeschossen wurde. Der griechische Priester sei dabei gewesen, die Kirche zu schließen

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Nur wenige Tage nach dem tödlichen Messergriff in Nizza wird in Lyon auf einen orthodoxen Priester geschossen. Der Geistliche schwebt in Lebensgefahr.
Eine Frau geht an einer Kirche vorbei, vor der ein griechisch-orthodoxer Priester angeschossen wurde. Der griechische Priester sei dabei gewesen, die Kirche zu schließen
dpa
31.10.2020 | Stand: 21:30 Uhr

Bei einem Schusswaffenattentat in Lyon ist ein orthodoxer Priester schwer verletzt worden. Der griechische Priester sei dabei gewesen, die Kirche zu schließen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstag unter Berufung auf Justizkreise mitteilte.

Wenige Stunden nach dem Anschlag konnte die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen. Die Person sei nicht bewaffnet gewesen und befinde sich derzeit in Polizeigewahrsam, teilte der Staatsanwalt von Lyon, Nicolas Jacquet, mit. Es könne sich um den mutmaßlichen Täter handeln, wir er von Zeugen beschrieben worden sei. Die Überprüfung dauere noch an.

Laut den Informationen soll der Geistliche in Lebensgefahr schweben. Nach Informationen des Radiosenders "France Info" soll der Täter mit einem Jagdgewehr zwei Schüsse abgegeben und den Geistlichen in den Unterleib getroffen haben. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar.

Der Angriff in der Stadt im Südosten Frankreichs soll sich um 16.00 Uhr ereignet haben. Die Polizei ist im Großeinsatz.

Anwohner bringen sich in Sicherheit

Die Staatsanwaltschaft von Lyon hat eine Untersuchung wegen versuchten Mordes eingeleitet. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat die Anwohner aufgefordert, sich vom Ort des Geschehens fern zu halten und die Anweisungen der Sicherheitskräfte zu befolgen. Ein Krisenstab wurde einberufen. In einem Tweet hat der EU-Ratschef Charles Michel den Angriff verurteilt. In Europa sei die Gewissensfreiheit für alle garantiert und müsse respektiert werden, Gewalt sei unerträglich und zu verurteilen, schrieb der Politiker.

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach der Messerattacke am Donnerstag in Nizza in einer Kirche, bei dem ein 21-jähriger mutmaßlicher Terrorist aus Tunesien in einer Kirche drei Menschen mit einem Messer tödlich angegriffen hat. Frankreich hat nach dem Angriff in Nizza die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.