Diskussion um Wölfe

Sechs Monate leichterer Wolfs-Abschuss: Klöckner fordert mehr

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hält weitere Schritte beim Abschuss von Wölfen notwendig.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hält weitere Schritte beim Abschuss von Wölfen notwendig.

Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hält weitere Schritte beim Abschuss von Wölfen notwendig.

Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Ein halbes Jahr nach der Erleichterung des Abschusses von Wölfen hält Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner weitere Schritte für notwendig.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hält weitere Schritte beim Abschuss von Wölfen notwendig.
dpa
13.08.2020 | Stand: 06:22 Uhr

"Dass die gesetzlichen Änderungen ausreichen werden, glaube ich kaum", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Ihre Befürchtungen schienen sich zu bewahrheiten. "Die Anzahl der Wolfsangriffe auf Tiere und Herden steigt kontinuierlich, Weidetierrisse nehmen zu." Menschen in den ländlichen Regionen fühlten sich verunsichert. Von einer "Lex Wolf" könne erst die Rede sein, wenn es in den betroffenen Regionen ein Bestandsmanagement gebe - also auch vorsorglich gejagt werde.

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An diesem Freitag ist es ein halbes Jahr her, dass der Bundesrat mit einer "Lex Wolf" genannten Änderung des Naturschutzgesetzes den Abschuss der streng geschützten Tiere erleichtert.

Wenn es Angriffe auf Nutztiere gibt, dürfen seitdem auch Wölfe geschossen werden, wenn nicht klar ist, welches Tier genau zum Beispiel die Schafe gerissen hat - so lange, bis die Angriffe aufhören. Allerdings muss weiterhin jeder einzelne Abschuss genehmigt werden.

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Eine genaue Bilanz kann das Bundesumweltministerium noch nicht ziehen. Die neue Regelung sei bereits angewandt worden, sagte eine Sprecherin. "Für eine Bewertung der Konsequenzen in der praktischen Umsetzung der Gesetzesnovelle ist es jedoch noch zu früh."

Das halbe Jahr sei zu kurz, um eine erhöhte Anzahl an Tötungen von Wölfen statistisch festzustellen - vor allem, weil während des Frühjahrs Abschüsse oft ausgesetzt würden, wenn es um weibliche Wölfe mit Jungen gehe.

Österreich will Problemwolf mit Peilsender austatten

Neue Wege im Umgang mit dem Wolf geht dagegen Österreich. Im Tiroler Oberland soll ein "Problem"-Wolf, der bereits über 20 Schafe gerissen hat, mit einem Peilsender ausgestattet werden. Wie das funktionieren soll und was Allgäuer Älpler von der Idee halten, lesen Sie hier.