Arbeitsbedingungen und Tierhaltung

SPD-Chef kritisiert Billigpreise und Fleischindustrie

Unter dem Druck erneuter großer Corona-Ausbrüche in der Schlachtindustrie kommt jetzt aber Bewegung in das Ringen um bessere Bedingungen - auch in den Ställen und gegen einen Dauer-Preiskampf im Supermarkt.

Unter dem Druck erneuter großer Corona-Ausbrüche in der Schlachtindustrie kommt jetzt aber Bewegung in das Ringen um bessere Bedingungen - auch in den Ställen und gegen einen Dauer-Preiskampf im Supermarkt.

Bild: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Unter dem Druck erneuter großer Corona-Ausbrüche in der Schlachtindustrie kommt jetzt aber Bewegung in das Ringen um bessere Bedingungen - auch in den Ställen und gegen einen Dauer-Preiskampf im Supermarkt.

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Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat die Arbeitsbedingungen in der Schlachtbranche scharf kritisiert und höhere Fleischpreise gerechtfertigt.
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dpa
22.06.2020 | Stand: 12:58 Uhr

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat die Arbeitsbedingungen in der Schlachtbranche scharf kritisiert und höhere Fleischpreise gerechtfertigt. "Die Fleischindustrie hat ein System aufgebaut, in dem Arbeitskräfte wie Glieder einer Lieferkette behandelt werden: Alles muss möglichst billig sein", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Alles ist dem Gewinnstreben und der Effizienz untergeordnet - Hauptsache, am Wochenende gibt es Steak im Sonderangebot."

 

Gute Arbeitsbedingungen und artgerechte Tierhaltung gewährleisten

Die Politik habe die Aufgabe, gute Arbeitsbedingungen und artgerechte Tierhaltung zu gewährleisten. "Natürlich verteuert das die Produkte", sagte Walter-Borjans. "Deshalb gehört zur Lösung dazu, dass Klein- und Mittelverdienende mehr Geld in der Tasche haben - durch faire Löhne und ein gerechtes Steuersystem." Wenn sie ihren Lebensstandard nur sichern könnten, "weil Osteuropäer in unseren Schlachthöfen oder Näherinnen in Bangladesch für unsere Textilien ausgebeutet werden, dann läuft etwas gewaltig schief".

 

Vorgaben für Branche verschärfen

Angesichts mehrerer Corona-Ausbrüche in Schlachtbetrieben sollen Vorgaben für die Branche verschärft werden. Zugleich kommt Bewegung in die Debatte um eine bessere Tierhaltung und ein Ende des Preiskampfes bei vielen Lebensmitteln. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) setzt sich nun auch für eine Tierwohlabgabe ein, die auf Fleisch, Wurst und anderes aufgeschlagen werden könnte.

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