Globaler Kampf gegen Erderwärmung

Starker grüner Akzent für Nach-Corona-Zeit laut UN wichtig

Hinter dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem geht die Sonne unter. Im Kampf gegen die Erderwärmung könnte auch der schnelle Übergang weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Zukunftstechnologien entscheidend sein.

Hinter dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem geht die Sonne unter. Im Kampf gegen die Erderwärmung könnte auch der schnelle Übergang weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Zukunftstechnologien entscheidend sein.

Bild: Federico Gambarini, dpa (Archivbild)

Hinter dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem geht die Sonne unter. Im Kampf gegen die Erderwärmung könnte auch der schnelle Übergang weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Zukunftstechnologien entscheidend sein.

Bild: Federico Gambarini, dpa (Archivbild)

Die im Pariser Klimaschutzabkommen gesteckten Ziele im Kampf gegen die Erderwärmung scheinen derzeit noch ambitioniert, seien aber noch immer erreichbar. Wie?
Hinter dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem geht die Sonne unter. Im Kampf gegen die Erderwärmung könnte auch der schnelle Übergang weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Zukunftstechnologien entscheidend sein.
dpa
09.12.2020 | Stand: 12:09 Uhr

Die Welt hinkt einem UN-Bericht zufolge den im Pariser Klimaschutzabkommen gesteckten Zielen im Kampf gegen die Erderwärmung hinterher, kann sie aber noch erreichen. Um den globalen Temperaturanstieg bis 2030 auf zwei Grad zu begrenzen, müsste die internationale Gemeinschaft beim Wiederanfahren der Wirtschaft nach den Corona-bedingten Beschränkungen einen Akzent auf umweltfreundliche Energieträger, Wiederaufforstungen oder andere ökologische Maßnahmen setzen. In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des UN-Umweltprogramms (Unep) heißt es, so könnten bis zu 25 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase bis 2030 reduziert werden. Sogar das gesteckte Ziel von 1,5 Grad Celsius sei so noch erreichbar.

"Das Jahr 2020 ist dabei, eines der bisher wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden"

"Das Jahr 2020 ist dabei, eines der bisher wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden, während Großbrände, Stürme und Dürren weiter für Chaos sorgen", betont die Chefin des UN-Umweltprogramms, Inger Andersen. Zwar dürfte der Ausstoß in diesem Jahr wegen des wirtschaftlichen Einbruchs nach den weltweiten Corona-Beschränkungen um sieben Prozent sinken, doch habe das insgesamt kaum Auswirkungen. Die Lücke zwischen den internationalen Klimaschutzbemühungen und den Zielen des Pariser Abkommens klaffe zur Zeit noch weit.

Übergang weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Zukunftstechnologien

Die Wiederbelebung der globalen Ökonomien müsse daher einen grünen Akzent haben, der Subventionskürzungen für fossile Brennstoffen ebenso vorsieht wie ein Umdenken beim See- und Luftverkehr. Beide sind für fünf Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich, heißt es im jährlichen "Emissions Gap Report" der UNEP. Bei beiden Sektoren würde der positive Effekt technologischer Verbesserungen noch immer zu oft aufgehoben durch eine stetig wachsende Nachfrage. Beide müssten Energieeffizienz mit dem schnellen Übergang weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Zukunftstechnologien begleiten.

Private Verbraucher in der Pflicht

In der Pflicht stünden aber auch private Verbraucher: Rund zwei Drittel der globalen Emissionen gehen nach dem Unep-Bericht auf private Haushalte zurück. Die reichsten darunter - etwa ein Prozent der Weltbevölkerung - repräsentieren dabei mehr als das Zweifache des zusammengefassten Anteils der ärmsten 50 Prozent. Auch sie müssten deutlich mehr tun, um ein Erreichen der Pariser Klimaziele bis 2030 sicherzustellen. Ziel des am 12. Dezember 2015 vereinbarten UN-Abkommens von Paris ist eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

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