Anschlag in Hanau

Türkische Gemeinde fordert mehr Unterstützung: Für Betroffene ist Hanau immer und überall

Eine offizielle Gedenktafel mit den Fotos der neun Opfer erinnert am Anschlagsort in Hanau-Kesselstadt an die Opfer der Anschläge im Jahr 2020. Der Rechtsextremist Tobias R. hatte hier am 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen.

Eine offizielle Gedenktafel mit den Fotos der neun Opfer erinnert am Anschlagsort in Hanau-Kesselstadt an die Opfer der Anschläge im Jahr 2020. Der Rechtsextremist Tobias R. hatte hier am 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen.

Bild: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Eine offizielle Gedenktafel mit den Fotos der neun Opfer erinnert am Anschlagsort in Hanau-Kesselstadt an die Opfer der Anschläge im Jahr 2020. Der Rechtsextremist Tobias R. hatte hier am 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen.

Bild: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Ein Jahr nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau fordert die Türkische Gemeinde, dass Rassismus und Rechtsextremismus stärker bekämpft werden.
Eine offizielle Gedenktafel mit den Fotos der neun Opfer erinnert am Anschlagsort in Hanau-Kesselstadt an die Opfer der Anschläge im Jahr 2020. Der Rechtsextremist Tobias R. hatte hier am 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen.
dpa
18.02.2021 | Stand: 16:49 Uhr

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) und der Zentralrat der Juden haben ein Jahr nach dem rassistisch motivierten Anschlag von Hanau mit neun Toten nachhaltige Unterstützung für die Hinterbliebenen der Opfer gefordert.

"Denn für Betroffene ist Hanau potenziell immer(noch) und überall", sagte der TGD-Bundesvorsitzende, Atila Karabörklü, am Donnerstag. Rechtsextremismus und Rassismus würden auf politischer Ebene mittlerweile zwar ernster genommen - aber sie hätten immer noch einen zu geringen Stellenwert in Deutschland.

Maßnahmen gegen Rassismus und Solidarität für die Hinterbliebenen der Opfer

"Viele Betroffene leiden noch heute unter den Spätfolgen des Anschlags. Ihnen gilt unsere Solidarität und unser Mitgefühl", sagte der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster. Er forderte konkrete Maßnahmen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) betonte, dass die Gesellschaft geschlossen gegen Rassismus vorgehen müsse, weil er das friedliche Zusammenleben gefährde und zerstöre. "Der Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus hat höchste Priorität", so Giffey.

Gedenkveranstaltung ein Jahr nach dem rassistischen Attentat

Am 19. Februar vergangenen Jahres hatte der 43-jährige Deutsche Tobias R. in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Am Jahrestag an diesem Freitag ist auch eine Gedenkveranstaltung geplant, an der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilnehmen soll.

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