Kein Skifahren im Corona-Winter

Tourismus und Corona-Krise: Umsatzeinbruch von historischem Ausmaß

Die Skilifte stehen still - die Aussichten für die Tourismus-Branche sind während der Corona-Pandemie nicht rosig.

Die Skilifte stehen still - die Aussichten für die Tourismus-Branche sind während der Corona-Pandemie nicht rosig.

Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

Die Skilifte stehen still - die Aussichten für die Tourismus-Branche sind während der Corona-Pandemie nicht rosig.

Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

Die Corona-Krise trifft den Tourismus so hart wie kaum eine andere Branche. Auch 2021 erwartet die Branche keine durchgreifende Erholung. Es gibt aber Hoffnung.
Die Skilifte stehen still - die Aussichten für die Tourismus-Branche sind während der Corona-Pandemie nicht rosig.
dpa
08.12.2020 | Stand: 10:36 Uhr

Nach einem historischen Umsatzeinbruch von geschätzt 80 Prozent im Corona-Krisenjahr hofft die Reisebranche auf Nachholeffekte und die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffs. "Ich bin verhalten positiv, was das kommende Jahr betrifft", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes DRV am Dienstag in Berlin. "50 bis 60 Prozent der Umsätze des Rekordjahres 2019 sind hoffentlich drin - insbesondere wenn noch ein gewisser Nachholeffekt durch den Verzicht auf Reisen in diesem Jahr hinzukommt."

Für die laufende Wintersaison zeichnet sich allerdings noch keine Trendwende ab: Der Umsatz liegt mehr als 70 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraum. Es gibt derzeit nur wenig Reiseziele ohne Einreisebeschränkungen oder Quarantäne nach der Rückkehr.

Kurbelt der Impfstoff den Tourismus an?

Für das wichtige Sommergeschäft 2021 gibt es Fiebig zufolge erste Hoffnungsschimmer. Nach jüngsten Impfstoff-Ankündigungen stiegen die Neubuchungen derzeit deutlich - allerdings auf niedrigem Niveau. Einer aktuellen DRV-Umfrage zufolge rechnet die Hälfte der Unternehmen damit, dass das Geschäft im Sommer wieder anläuft. (Lesen Sie auch: Gibt es im Winter wieder einen Besucheransturm im Allgäu?)

Das Geschäft der Branche war aufgrund von Reisewarnungen und damit verbundener Absagen schon gebuchter Trips nahezu zum Erliegen gekommen. Nach Schätzungen des Verbandes verzeichneten Reisebüros und Veranstalter einen drastischen Umsatzeinbruch von 80 Prozent im Kalenderjahr 2020. Reisewarnungen, Quarantäneverordnungen und Appelle der Politik gänzlich auf Reisen zu verzichten, hätten die Branche begleitet und Unternehmen wie Reisende zunehmend verunsichert, sagte Fiebig. "Wie das Geschäft wieder anläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Impfstoff, kluge Teststrategie, Konjunkturentwicklung und Konsumlaune". Die Wertschätzung für Reisen sei durch die Pandemie gestiegen.

Viele Reisebüros und Veranstalter beantragten während der Corona-Krise Kurzarbeit

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Für 80 Prozent der Unternehmen in der Reisewirtschaft seien die Überbrückungshilfen III überlebenswichtig, um über den Winter zu kommen, berichtete Fiebig. Dabei werden vor allem fixe Betriebskosten erstattet, unter anderem Mieten und Pachten. Die Hilfen gelten von Januar bis zum Sommer 2021.

Angesichts des Geschäftseinbruchs beantragten dem DRV zufolge in diesem Jahr jeweils 80 Prozent der Reisebüros und der Veranstalter Kurzarbeit. Sie sehen diese Notwendigkeit auch für das kommende Jahr. Rund zwei Drittel der Büros und Veranstalter mussten Fiebig zufolge bereits Personal entlassen oder müssen es voraussichtlich tun. "Wir müssen aufpassen, dass wir unsere sehr gut ausgebildeten Fachkräfte durch diese Pandemie nicht an andere Branchen verlieren", warnte der DRV-Präsident.

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