"Inländischer Terrorismus"

Trump in Kenosha: Schauplatz anti-amerikanischer Proteste

US-Präsident Trump ist nach Kenosha gereit, um mit Sicherheitsbehörden sich zu treffen und sich ein Bild von den Schäden nach den gewalttätigen Protesten machen.

US-Präsident Trump ist nach Kenosha gereit, um mit Sicherheitsbehörden sich zu treffen und sich ein Bild von den Schäden nach den gewalttätigen Protesten machen.

Bild: Evan Vucci, AP, dpa

US-Präsident Trump ist nach Kenosha gereit, um mit Sicherheitsbehörden sich zu treffen und sich ein Bild von den Schäden nach den gewalttätigen Protesten machen.

Bild: Evan Vucci, AP, dpa

Nach den Schüssen eines Polizisten in den Rücken eines Schwarzen ist die Stadt Kenosha von Protesten erschüttert worden. Nun ist der US-Präsident angereist - und nennt die Krawalle "inländischen Terrorismus".

dpa
02.09.2020 | Stand: 06:57 Uhr

 US-Präsident Donald Trump ist am Dienstag in die Stadt Kenosha gereist, die nach den Schüssen eines Polizisten in den Rücken eines Schwarzen von Protesten erschüttert wurde. In den Straßen wurde der Konvoi des Präsidenten von Demonstranten gegen Rassismus und Polizeigewalt, aber auch von Trump-Anhängern empfangen. Trump schaute sich ein während der zum Teil gewaltsamen Proteste abgebranntes Geschäft an und traf sich mit Vertretern von Sicherheitskräften und einigen örtlichen Unternehmern.

Kenosha sei von Krawallen getroffen worden, die "gegen die Polizei gerichtet und anti-amerikanisch gewesen seien", sagte Trump. "Es war kein friedlicher Protest, sondern inländischer Terrorismus." Trump versprach zugleich eine Million Dollar Unterstützung für die örtliche Polizei und vier Millionen Dollar für den Wiederaufbau von Geschäften in Kenosha.

Bürgermeister und Gouverneur wollten Trump-Besuch nicht

Vor dem Besuch hatten sich der Bürgermeister der Stadt und der Gouverneur des Bundesstaates Wisconsin, beides Demokraten, gegen einen Besuch des Präsidenten ausgesprochen. Sie warnten, dass Trumps Anwesenheit die Spannungen verstärken könnten.

Die Proteste brachen aus, nachdem der 29-jährige Afroamerikaner Jacob Blake bei einem Polizeieinsatz schwer verletzt worden war. Auf einem Video war zu sehen, wie ein Polizeibeamter Blake zunächst mit gezogener Waffe um ein Auto herum folgt. Als Blake die Fahrertür aufmacht und sich hinein beugt, fallen Schüsse. Das Video hatte landesweit Empörung ausgelöst. Mitglieder der Blake-Familie lehnten ein Treffen mit Trump ab. Der Präsident hatte zwar wiederholt Gewalt durch angeblicher linke Radikale verurteilt, aber das Video mit den Schüssen auf Blake lediglich als "schlechten Anblick" bezeichnet.