Sieben Monate vor Landtagswahl in NRW

Umfragen: Mehrheit für sofortigen Rücktritt Laschets - CDU-Absturz und SPD-Höhenflug in NRW

Die Mehrheit der Wahlberechtigten würde laut einer Umfrage einen Rücktritt von Armin Laschet begrüßen.

Die Mehrheit der Wahlberechtigten würde laut einer Umfrage einen Rücktritt von Armin Laschet begrüßen.

Bild: Wolfgang Kumm, dpa

Die Mehrheit der Wahlberechtigten würde laut einer Umfrage einen Rücktritt von Armin Laschet begrüßen.

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Laut einer Umfrage würde die Mehrheit einen sofortigen Rücktritt von Laschet begrüßen. In NRW muss die CDU einer Umfrage zufolge herbe Verluste hinnehmen.
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dpa
12.10.2021 | Stand: 18:08 Uhr

Eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten würde laut einer aktuellen Forsa-Umfrage einen sofortigen Rücktritt Armin Laschets als CDU-Chef befürworten. 66 Prozent der Befragten würden es demnach für richtig halten, wenn Laschet das Amt abgäbe, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten RTL/ntv-"Trendbarometer" hervorgeht. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat dafür im Oktober rund 2500 Menschen befragt.

24 Prozent der Befragten und auch nur 40 Prozent der CDU- sowie 23 Prozent der CSU-Anhänger finden es richtig, dass Laschet zunächst noch Parteichef bleiben möchte.

Bei der Sonntagsfrage kommt die Union in der Umfrage weiterhin auf 20 Prozent, die SPD würden 26 Prozent wählen. Grüne und FDP kommen wie in der Vorwoche auf 16 beziehungsweise 14 Prozent. Die Linke könnte mit fünf Prozent, die AfD mit neun Prozent rechnen.

Umfrage in Nordrhein-Westfalen: SPD zieht auch in NRW an der regierenden CDU vorbei

Sieben Monate vor der Landtagswahl zieht die SPD in der Wählergunst laut einer jüngsten repräsentativen Umfrage auch in Nordrhein-Westfalen rasant an der regierenden CDU vorbei. In einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild-Zeitung" (Mittwoch) legt die lange abgeschlagene SPD im Vergleich zu einer Insa-Umfrage vom Mai um 13 Prozentpunkte zu und landet damit bei 33 Prozent.

Exakt so viel hatte die CDU bei der Landtagswahl 2017 in NRW erzielt. Im Vergleich zu ihrem damaligen Wahlergebnis stürzt die Landespartei des scheidenden Ministerpräsidenten Armin Laschet hier nun aber um 13 Punkte auf nur noch 20 Prozent ab und verliert damit gemessen an der Mai-Umfrage noch einmal fünf Punkte.

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Neue Umfrage: SPD und Scholz hängen Union und Laschet ab

Wäre jetzt schon Landtagswahl, käme es demnach zu einem Regierungswechsel in NRW, weil Schwarz-Gelb mit nur noch 35 Prozent keine Mehrheit mehr hätte. Die SPD, die 2017 mit 31,2 Prozent der Wählerstimmen auf Platz 2 gelandet war, könnte nun mit Grünen oder FDP eine parlamentarische Mehrheit im Düsseldorfer Landtag erzielen. (Lesen Sie auch: Frauen in der CDU wollen mehr Einfluss: "Wir müssen mehr werden")

FDP überholt laut Umfrage die Grünen in Nordrhein-Westfalen

Die FDP überholt der Umfrage zufolge mit aktuell 15 Prozent (2017: 12,6) die Grünen, die demnach 13 Prozent erreichen. Für die Öko-Partei wäre das zwar ein deutlicher Zuwachs gegenüber ihrem mageren Landtagswahlergebnis von 2017 (6,4 Prozent), allerdings auch ein Ende des Umfragehochs, das sie im Mai noch bei 26 Prozent in NRW gesehen hatte. Mit diesen Werten der beiden kleineren Parteien wären eine rot-grüne sowie eine rot-gelbe Koalition und auch ein Bündnis aus CDU, FDP und Grünen möglich, ebenso wie eine Koalition aus CDU und SPD.

Die AfD würde laut Insa mit acht Prozent im Düsseldorfer Landtag bleiben (2017: 7,4), alle anderen Parteien würden den Einzug verfehlen - darunter die Linke mit nur vier Prozent.

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. (Lesen Sie auch: Rücktritte und Sticheleien: Die Union taumelt immer weiter)