Nach den US-Wahlen

Umstrittenes Telefonat: Harris wirft Trump Machtmissbrauch vor

Der Druck auf den amtierenden US-Präsident Donald Trump erhöht sich.

Der Druck auf den amtierenden US-Präsident Donald Trump erhöht sich.

Bild: Patrick Semansky

Der Druck auf den amtierenden US-Präsident Donald Trump erhöht sich.

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Der amtierende US-Präsidenten Donald Trump steht nach seinen Bemühungen, das Wahlergebnis im Bundesstaat Georgia nachträglich ändern zu lassen, unter Druck.
Der Druck auf den amtierenden US-Präsident Donald Trump erhöht sich.
dpa
04.01.2021 | Stand: 05:27 Uhr

Die Bemühungen des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, das Wahlergebnis im Bundesstaat Georgia nachträglich ändern zu lassen, stellen in den Augen der gewählten US-Vizepräsidentin Kamala Harris einen Fall von "dreistem Machtmissbrauch" dar.

Das Handeln des Republikaners lasse "die Stimme der Verzweiflung" erkennen, sagte die Demokratin am Sonntagabend (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt in der Stadt Savannah in Georgia. Trump und seine Republikaner hätten in dem Bundesstaat sechs Klagen gegen das Ergebnis eingereicht und seien damit erfolglos geblieben.

Trump hatte in einem einstündigen Telefonat den für die Durchführung der Wahl in Georgia verantwortlichen Staatssekretär Brad Raffensperger - ebenfalls ein Republikaner - unverblümt aufgefordert, genügend Stimmen für ihn "zu finden" und das Ergebnis "nachzuberechnen", wie die Washington Post am Sonntag berichtete. Die Zeitung veröffentlichte einen kompletten Mitschnitt des Gesprächs vom Samstag. (Lesen Sie auch: US-Kongress überstimmt erstmals ein Veto von Präsident Trump)

Trump hat die Präsidentschaftswahl vor fast zwei Monaten verloren, weigert sich aber weiterhin, den Sieg des Demokraten Joe Biden anzuerkennen. In Georgia konnte sich Biden mit einem sehr knappen Vorsprung von rund 12 000 Stimmen durchsetzen. Er soll am 20. Januar vereidigt werden.

In Georgia finden am Dienstag Stichwahlen um zwei Senatssitze statt, deren Ergebnis die Mehrheit der Republikaner in der Parlamentskammer in Washington kippen könnte. Trump und Biden wollten am Montag noch einmal persönlich in Georgia Wahlkampf machen.

Trotz des Drucks: Auf die Frage nach dem "am meisten bewunderte Mann" in den USA, votierten die meisten Amerikaner für Donald Trump.