Mehr Frauen in Spitzenpositionen

Unionsfrauen wollen Frauenquote in Vorständen rasch verabschieden

Union und SPD haben sich auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt.

Union und SPD haben sich auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt.

Bild: Tobias Kleinschmidt, dpa (Symbolbild)

Union und SPD haben sich auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt.

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Union und SPD wollen mehr Frauen in Vorständen. Von der beschlossenen Frauenquote sind vor allem börsennotierte Unternehmen betroffen.

Union und SPD haben sich auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt.
dpa
22.11.2020 | Stand: 15:43 Uhr

Nach der grundsätzlichen Einigung der schwarz-roten Koalition auf eine Frauenquote in Vorständen dringen Politikerinnen der Union auf eine rasche Verabschiedung des geplanten Gesetzes.

"Wir wollen, dass der Gesetzgebungsprozess unbedingt noch vor der Bundestagswahl abgeschlossen wird", sagte Fraktionsvize Nadine Schön (CDU) am Sonntag in einem Online-Pressegespräch. "Deshalb haben wir das Gesetz so angelegt, dass es nicht mitbestimmungspflichtig durch den Bundesrat wird", fügte sie hinzu.

Frauenquote in Vorständen: "Wir wollen damit ins Kabinett am 6. Januar"

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) sagte: "Wir wollen damit ins Kabinett am 6. Januar. Das ist sehr ambitioniert, aber es kann klappen." Auf die Frage, wie die drei Männer, die sich um den CDU-Vorsitz bewerben, zu der geplanten Gesetzesänderung stünden, antwortete sie, alle drei Bewerber wüssten, wie wichtig Frauen für die Mehrheitsfähigkeit bei Bundestagswahlen seien - "mancher hat seine Position sicher auch überdacht".

Union und SPD hatten sich am Freitag auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt. Dem Beschluss zufolge muss den Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern eine Frau angehören.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) plädiert für mehr Frauen in Vorständen.
Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) plädiert für mehr Frauen in Vorständen.
Bild: Soeren Stache, dpa (Archivbild)

Bestehende Mandate können aber bis zu ihrem vorgesehenen Ende wahrgenommen werden. Das heißt, von den Männern, die aktuell auf diesen Posten sitzen, muss deshalb keiner vorzeitig gehen. Strengere Vorgaben gelten für den öffentlichen Dienst sowie für Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes.

Frauen tragen zur besseren Wirtschaft bei

"Für uns sind Frauen keine Belastung, auch nicht in der wirtschaftlichen Krise", betonte Widmann-Mauz. Vielmehr trügen Frauen dazu bei, "dass wir besser wirtschaftlich dastehen". Daher wolle man jetzt "denjenigen helfen, die das für sich noch nicht realisiert haben".

Schön sagte: "Wir können den Wandel nicht schaffen, wenn wir noch ein paar Frauen mehr haben, die 80 Stunden die Woche arbeiten." Besser sei es, Strukturen in den Führungsgremien so zu verändern, dass eine Vereinbarung von Familie und Beruf für alle möglich sei.