Debatte über die Kanzlerkandidatur

Wer wird Kanzlerkandidat? Söder kommt laut CSU besser in der Bevölkerung an

Söder sei derjenige, "der da draußen unheimlich stark und gut ankommt", sagt CSU-Generalsekretär Markus Blume.

Söder sei derjenige, "der da draußen unheimlich stark und gut ankommt", sagt CSU-Generalsekretär Markus Blume.

Bild: Peter Kneffel, dpa (Archiv)

Söder sei derjenige, "der da draußen unheimlich stark und gut ankommt", sagt CSU-Generalsekretär Markus Blume.

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Wer wird Kanzlerkandidat? Abgeordnete berichten von Debatten in der Fraktion. Laut CSU-Generalsekretär kommt vor allem Söder gut in der Bevölkerung gut an.
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dpa
14.04.2021 | Stand: 07:20 Uhr

Die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union dürfte in den nächsten Tagen fallen. CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder wollen noch in dieser Woche eine Klärung herbeiführen. "Ich will, dass wir sehr schnell, sehr bald, möglichst in dieser Woche zu einer guten Entscheidung kommen", sagte Laschet am Dienstagabend nach einem Auftritt mit Söder vor der Unionsfraktion im Bundestag. Söder erklärte: "Armin und ich haben vereinbart, dass wir uns in dieser Woche auch abschließend dann besprechen werden, wie es weitergehen wird."

Söder und Laschet lieferten sich einen offenen Schlagabtausch

In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatten sich Söder und Laschet zuvor einen offenen Schlagabtausch geliefert. "Wir brauchen keine One-Man-Show", sagte Laschet nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern offenbar in Richtung Söder. Dieser wies demnach darauf hin, dass Wahlen persönlichkeitsgeprägt seien und Fernsehduelle eine wichtige Rolle spielten. "Wir brauchen ein gutes Team, aber Spitze ist auch entscheidend." Dies konnte als Hinweis auf seine wesentlich besseren Umfragewerte verstanden werden.

Am Montag hatten die Präsidien von CDU und CSU jeweils ihrem Vorsitzenden den Rücken für die Kanzlerkandidatur gestärkt. Söder bestand aber darauf, auch ein Meinungsbild der Bundestagsfraktion einzuholen. Dort gab es dann am Dienstag nach Teilnehmerangaben Dutzende Wortmeldungen - insgesamt mehr für Söder als für Laschet. Der bayerische Ministerpräsident habe auch etwa doppelt so lang geredet wie sein NRW-Kollege, hieß es. Durchgängig forderten die Abgeordneten, die Entscheidung schnell zu treffen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter aus Baden-Württemberg sagte am Abend im "heute journal" des ZDF, es habe ein spannendes Meinungsbild gegeben, aber keine ganz klare Tendenz. Der CDU-Abgeordnete Norbert Barthle aus demselben Landesverband meinte dagegen, die Stimmungslage habe "eindeutig wiedergegeben", dass Rückendeckung für Laschet vor allem aus seinem NRW-Landesverband komme, die anderen Landesverbände dagegen zu Söder tendierten.

Söders Bewerbung um die Kanlerkandidatur: Bevölkerung sieht das positiv

CSU-Generalsekretär Markus Blume sprach von einer sehr guten, offenen, ehrlichen Aussprache. Söder sei derjenige, "der da draußen unheimlich stark und gut ankommt", sagte er in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Wichtig sei die Frage, was die Unionsparteien in der Breite dächten. "Wir wollen eine Bewegung erzeugen. Und wir wollen den Besten aufstellen", sagte Blume. "Da sind die zwei, drei Tage gut investiert."

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Eine Mehrheit der Bundesbürger sieht die Bewerbung Söder um die Kanzlerkandidatur der Union positiv. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch) nannten es 58 Prozent der Befragten richtig, dass der bayerische Ministerpräsident seine Bereitschaft erklärt hat, Kanzlerkandidat der Union zu werden. 30 Prozent erklärten, dass sie Söders Griff nach der Spitzenkandidatur für falsch halten. Zwölf Prozent zeigten sich unentschieden.

Besonders groß ist die Rückendeckung für Söder den Angaben zufolge im Unionslager: 86 Prozent der CDU/CSU-Anhänger begrüßen Söders Schritt. Auch 50 Prozent der Grünen-Anhänger und 47 Prozent der SPD-Wähler werten es als positiv, dass der CSU-Chef antreten möchte. Unter den FDP-Anhängern sind es 45 Prozent. Lediglich bei den Anhängern von Linken und der AfD ist die Ablehnung größer als die Zustimmung.

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