Börse

Angst vor nächster Corona-Welle drückt Börsenkurse in den Keller

Eine düstere Konjunktureinschätzung durch die US-Notenbank Fed und die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle haben die Anleger an der Wall Street in die Flucht getrieben.

Eine düstere Konjunktureinschätzung durch die US-Notenbank Fed und die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle haben die Anleger an der Wall Street in die Flucht getrieben.

Bild: Andrew Gombert, dpa

Eine düstere Konjunktureinschätzung durch die US-Notenbank Fed und die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle haben die Anleger an der Wall Street in die Flucht getrieben.

Bild: Andrew Gombert, dpa

Die Wall Street geht auf Talfahrt und auch der Dax verlor weiter. Grund sind düstere Prognosen - und Angst vor einer zweiten Corona-Welle.

dpa
12.06.2020 | Stand: 09:31 Uhr

Eine düstere Konjunktureinschätzung durch die US-Notenbank Fed und die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle haben die Anleger an der Wall Street in die Flucht getrieben. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial brach am Donnerstag um 6,90 Prozent auf 25 128,17 Punkte ein und fand sich damit auf dem Niveau von Ende Mai wieder. Dies war der größte prozentuale Tagesverlust auf Schlusskursbasis seit März. Zwischenzeitlich wäre der Dow fast unter die Marke von 25 000 Punkten gesackt. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Ende um 5,89 Prozent auf 3002,10 Punkte nach unten.

Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hatte bereits zur Wochenmitte angesichts der schweren Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie klare Worte gefunden. Er sagte, dass ein erheblicher Teil der Jobverluste dauerhaft sein könnte. Hinzu kamen neue Infektionszahlen: In einigen südlichen US-Staaten wie Florida und Texas stiegen die Neuinfektionen wieder. "Wir erwarten die Wiedereinführung einiger Corona-Beschränkungen in einigen Städten oder Staaten in den kommenden Wochen", teilte das britische Analysehaus Pantheon mit.

In diesem Umfeld machten viele Anleger weiter Kasse. So war der Dow erst zum Wochenstart mit 27 580 Punkte auf den höchsten Stand seit Ende Februar klettert. Das war ein Plus von mehr als 50 Prozent seit dem Corona-Crashtief im März. Nicht weniger Börsianer hatten bereits von einer Überhitzung des Marktes wegen der Billiggeldflut der Notenbanken gesprochen, die nichts mehr mit den realen Wirtschaftsperspektiven zu tun habe.

Der techwerte-lastige Nasdaq 100 war sogar auf ein Rekordhoch gestiegen und knickte nun um 5,01 Prozent auf 9588,48 Punkte ein. Die Powell-Äußerungen scheinen die Anleger nun ein Stück weit in die Realität zurückgeholt zu haben.

Im Dow notierten alle Aktien im Minus. Am besten schlugen sich noch die als weniger konjunktursensibel geltenden Aktien des Einzelhandelskonzerns Walmart, die lediglich um knapp ein Prozent nachgaben. Am Index-Ende rutschten die Papiere des Flugzeugbauers Boeing um mehr als 16 Prozent ab. Sie hatten zuletzt ebenso wie die Anteilscheine der Fluggesellschaften United Airlines und American Airlines stark von dem allmählichen Wiederanfahren der Wirtschaft profitiert. Deren Papiere büßten jeweils rund 16 Prozent ein.

Im Dow notierten alle Aktien im Minus

Nach dem steilen Vortagesrutsch zurück unter 12 000 Punkte sank auch der Dax am Freitag weiter. Hatte der Leitindex zu Wochenbeginn noch die runde Marke von 13 000 Punkten vor Augen, steht er nun mehr als 1000 Punkte tiefer. Er verlor kurz nach der Eröffnung des Xetra-Handels am Freitag 1,03 Prozent auf 11 846,92 Punkte. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Minus von 7,8 Prozent ab. Der Dax sei wieder in der Realität angekommen, hieß es am Markt.

Die Helaba sprach in ihrem Tagesausblick von einem Rücksetzer mit Vorwarnung. Es dränge sich der Eindruck auf, als würde sich nun die Diskrepanz zwischen den realwirtschaftlichen Daten und dem zuletzt enormen Dax-Aufschwung verringern.