Gasspeicher in Deutschland

Das ist der Füllstand der Gasspeicher aktuell in Deutschland

Füllstand der Gasspeicher in Deutschland

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Hier der aktuelle Füllstand der Gasspeicher und die News zur Erdgas-Situation heute.

Bild: Hauke-Christian Dittrich, dpa, dpa

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Hier der aktuelle Füllstand der Gasspeicher und die News zur Erdgas-Situation heute.

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Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Nachdem Russland die Lieferungen eingestellt hat, immer aktuell hier der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher.
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Von Allgäuer Zeitung
31.01.2023 | Stand: 21:44 Uhr

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Der aktuelle Füllstand der Erdgasspeicher ist in diesem Winter ein wichtiges Thema, nachdem Russland die Gaslieferungen nach Deutschland 2022 zunächst stark gedrosselt, im Sommer 2022 dann sogar ganz gestoppt hat.

Hier die Übersicht über den aktuellen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland, ihre Standorte, ihre Funktionsweise beim Speichern von Erdgas, und die News zur Erdgas-Situation in Deutschland.

Wie ist der Füllstand der Gasspeicher aktuell in Deutschland?

Aktuell liegt der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland bei 79.2 Prozent (-0,59 Prozent im Vergleich zum Vortag, Stand: 31.01.2023 abends).

  • 23.01.23: 86,52 Prozent
  • 02.01.23: 90,51 Prozent
  • 07.12.22: 96,00 Prozent
  • 15.11.22: 100,00 Prozent
  • 19.10.22: 96,59 Prozent
  • 12.09.22: 87,95 Prozent
  • 01.08.22: 68,55 Prozent
  • 15.06.22: 55,95 Prozent
  • 29.04.22: 33,74 Prozent.

Nach einem deutlichen Rückgang ab Mitte November stieg der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland zunächst mehrere Wochen wieder an. In den vergangenen Tagen wurde aber wieder mehr Gas verbraucht als eingespeichert. Seit 24.01. sinkt der Füllstand der deutschen Gasspeicher deutlich.

Eine tagesaktuelle Übersicht über den Füllstand gibt es auch hier bei der Gas Infrastructure Europe (GIE).

Gasverbrauch: Wie viel Gas braucht Deutschland pro Jahr?

Im Jahr 2022 hat Deutschland im Durchschnitt insgesamt 847.470 GWh Gas verbraucht. Damit sank der Verbrauch um 17,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2021 (1.029.056 GWh). Am meisten Erdgas wird im Dezember und Januar verbraucht, am wenigsten im Juli und August.

Wie lange reicht der Vorrat beim Füllstand der Gasspeicher aktuell in Deutschland?

Wenn die Gasspeicher voll sind, können sie Deutschland laut Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, etwa zwei kalte Wintermonate lang mit Gas versorgen.

Aktuelle News zum Füllstand der Gasspeicher in Deutschland

  • Der Füllstand der Erdgasspeicher in Deutschland hatte am 15. November 2022 die 100-Prozent-Marke erreicht. Danach leerten sich die Gasspeicher zunächst mehrere Wochen lang, Ende Dezember füllen sie sich dann mehrere Wochen lang. Seit Mitte Januar 2023 leeren sie sich nun wieder.
  • Russland hatte im Sommer 2022 angekündigt, Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 Ende August wegen Wartungsarbeiten für drei Tage zu stoppen. Am 31. August wurde die Lieferung dann gestoppt - und nicht wieder aufgenommen.
  • Am 25. Juli 2022 hatte der russische Konzern Gazprom bereits angekündigt, die Gasmenge vom 27. Juli an auf 20 Prozent der maximalen Kapazität zu senken.
  • Nach dem Stopp der Gaslieferungen aus Russland kommt das Gas jetzt aus anderen Ländern. So hat Norwegen Russland im vergangenen Jahr als wichtigsten Gaslieferanten für Deutschland abgelöst. Insgesamt kamen 33 Prozent des 2022 von Deutschland importierten Gases aus dem skandinavischen Land, nur noch 22 Prozent aus Russland. 2021 hatte Russland noch 52 Prozent des Gases geliefert.
  • Am 4. Januar 2023 ist in Wilhelmshaven erstmals seit Eröffnung des LNG-Terminals ein Tanker mit einer vollständigen Ladung Flüssig-Erdgas angekommen. In Lubmin an der Ostsee hat wenig später das zweite deutsche Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) offiziell den Betrieb aufgenommen. Am 20. Januar 2023 traf ein schwimmendes Terminal für Flüssigerdgas im Industriehafen von Brunsbüttel ein. An der schleswig-holsteinischen Elbmündung entsteht mit dem knapp 300 Meter langen Schiff "Höegh Gannet" damit das dritte schwimmende LNG-Terminal in Deutschland.
  • Der Chef der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, hat die Europäer davor gewarnt, die Versorgungskrise angesichts fallender Gaspreise vorschnell abzuhaken. "Der nächste Winter bereitet mir Sorgen", sagte Birol. "Kein russisches Gas, Chinas Comeback als Importeur, wenig Angebotszuwachs: Diese drei Faktoren machen den nächsten Winter zur Herausforderung." Er fürchte, dass viele Regierungen "ein bisschen zu froh" über den bislang relativ milden Verlauf der Krise seien. Europa müsse den Gasverbrauch weiter senken.
  • Deutschlands Stadtwerke erwarten anhaltend hohe Gas- und Stromtarife für Endkunden und eine Verdopplung des Niveaus vor der Energiekrise. Angesichts gesunkener Großhandelspreise "wollen natürlich auch die Stadtwerke die Tarife senken, und machen das, sobald Spielraum da ist", sagte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der kommunalen Unternehmen (VKU) Ende Januar 2023.
  • Die Gaspreisbremse soll Verbrauchern helfen, die erhöhten Energiekosten zu stemmen. Wie funktioniert sie genau und wie hoch ist der gedeckelte Gaspreis?

Gasspeicher in Deutschland aktuell: Das sind die Standorte

Rund 40 Standorte für Gasspeicher listet die Initiative Erdgasspeicher in Deutschland auf.

  • Rönne
  • Etzel
  • Krummhörn
  • Jemgun
  • Nüttermoor
  • Huntorf
  • Harsefeld
  • Reitbrook
  • Bremen-Lesum
  • Kalle
  • Uelsen
  • Epe
  • Xanten
  • Rehden
  • Empelde
  • Kraak
  • Peckensen
  • Rüdersdorf
  • Bernburg
  • Staßfurt
  • Peißen
  • Allmenhausen
  • Bad Lauchstädt
  • Kirchheiligen
  • Reckrod
  • Stockstadt
  • Hähnlein
  • Frankenthal
  • Eschenfelden
  • Sandhausen
  • Fronhofen
  • Wolfersberg
  • Schmidhausen
  • Inzenham
  • Bierwang
  • Breitbrunn

Quelle: Initiative Energien Speichern e.V. (INES), ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher, der nach eigenen Angaben 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten repräsentiert.

Wieviele Erdgas können die Gasspeicher in Deutschland speichern?

Das gesamte Fassungsvermögen an deutschen Gasspeichern liegt laut INES bei rund 23 Milliarden Kubikmetern Gas. Deutschland liege damit auf Rang 4 der weltweiten Speicherkapazitäten. Nur in den USA, der Ukraine und Russland gebe es noch größere Kapazitäten.

Auch der Gasspeicher in Haidach bei Salzburg, der bislang nur an das deutsche Gasnetz angeschlossen war und vor allem Bayerns Haushalte und Industrieunternehmen mit Gas versorgte, ist für Deutschland wichtig. Im Juli erklärte Österreichs Regierung dann, dass man den wichtigen Gasspeicher schnell selbst anzapfen werde.

Wie funktioniert ein Gasspeicher?

  • Um Erdgas in einem Gasspeicher einlagern zu können, wird dieses zunächst einmal gefiltert und verdichtet und dann unter hohem Druck in den Speicher gepresst.
  • Um das stark abgekühlte Gas wieder aus dem Speicher zu bekommen, wird dieses in der Förderanlage erwärmt.
  • Außerdem wird das Gas in Trockentürmen getrocknet - während der Speicherung lagert das Gas nämlich Wasser ein.
  • Anschließend wird das Erdgas - das so genannte Arbeitsgas - über die Leitungen dorthin gepumpt, wo es benötigt wird.

Welchen Füllstand müssen Gasspeicher laut Gesetz haben?

Der Deutsche Bundestag hatte im März das Gasspeicher-Füllstandsgesetz verabschiedet. Nach einer inzwischen erneuerten Verordnung müssen die Betreiber von Gasspeichern bestimmte Füllstandsvorgaben erfüllen, nämlich einen Füllstand von

  • 75 Prozent am 1. September
  • 85 Prozent am 1. Oktober
  • 95 Prozent am 1. November.

Alle drei Ziele wurden vorzeitig erreicht.

Gasspeicher in Deutschland: Wie kann ein Gas-Notstand verhindert werden?

Wirtschaftsminister Robert Habeck versprach im Juli 2022, die Gasversorgung in Deutschland mit allen Mitteln gewährleisten zu wollen. Das Hilfspaket kam dann Ende September. So übernahm der Staat die Dezember-Abschlagszahlung der deutschen Gaskunde, dazu wird der Gaspreis für Kunden von 2023 an ab März zum Teil gedeckelt. Die Entlastungen für Gas und Wärme sollen automatisch beim Kunden landen. Die Versorger errechneten die Entlastungen nach den gesetzlichen Vorgaben und gäben sie an ihre Kunden weiter, heißt es beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Für Januar und Februar soll es die Entlastungen bei den Gas-Kosten rückwirkend geben.