Gasspeicher in Deutschland

Gaskrise in Deutschland - So voll sind unsere Gasspeicher aktuell

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Hier der aktuelle Füllstand der Gasspeicher und die News zur Erdgas-Situation heute.

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Hier der aktuelle Füllstand der Gasspeicher und die News zur Erdgas-Situation heute.

Bild: Uwe Lein, dpa (Symbolbild)

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Hier der aktuelle Füllstand der Gasspeicher und die News zur Erdgas-Situation heute.

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Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Nachdem Russland die Lieferungen eingestellt hat, blicken viele auf den aktuellen Füllstand. Hier ist er.
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Von Allgäuer Zeitung
25.09.2022 | Stand: 10:22 Uhr

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Der aktuelle Füllstand der Erdgasspeicher ist ein wichtiges Thema, nachdem Russland die Gaslieferungen nach Deutschland 2022 stark gedrosselt, zuletzt sogar gestoppt hat.

Hier die Übersicht über den Füllstand der Gasspeicher in Deutschland aktuell, ihre Standorte, ihre Funktionsweise beim Speichern von Erdgas, und die News zur Erdgas-Situation in Deutschland.

Wie ist der Füllstand der Gasspeicher aktuell in Deutschland?

Aktuell liegt der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland bei 90,77 Prozent (Stand: 25.9.2022).

  • 23.09.: 90,53 Prozent
  • 22.09.: 90,41 Prozent
  • 18.09.: 89,67 Prozent
  • 12.09.: 87,95 Prozent
  • 01.08.: 68,55 Prozent
  • 19.07.: 65,05 Prozent
  • 28.06.: 60,73 Prozent
  • 15.06.: 55,95 Prozent
  • 08.05.: 38,44 Prozent
  • 29.04.: 33,74 Prozent.

Eine tagesaktuelle Übersicht über den Füllstand gibt es auch hier bei der Gas Infrastructure Europe (GIE).

Gasverbrauch: Wie viel Gas braucht Deutschland pro Monat?

Der jährliche Gasverbrauch in Deutschland lag 2021 laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. bei 1016 Milliarden kWh (Quelle). Das waren 5,3 Prozent mehr als 2020. Am meisten Erdgas wird im Dezember und Januar verbraucht, am wenigsten im Juli und August.

Wie lange reicht der Vorrat beim Füllstand der Gasspeicher aktuell in Deutschland?

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Gasspeicher in Deutschland zu mehr als 82 Prozent voll

Wenn die Gasspeicher tatsächlich voll sind, können sie Deutschland laut Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, etwa zehn Wochen lang versorgen. Die Winter sind hierzulande allerdings länger kalt - allein mit den Speichern ist die Versorgung Deutschlands mit Gas also nicht sicher. Daher ist Deutschland auf weitere Erdgas-Lieferungen angewiesen.

Aktuelle News zum Füllstand der Gasspeicher in Deutschland

  • Die Gasspeicher in Deutschland waren Ende September zu mehr als 90 Prozent gefüllt. Nach dem Stopp der Gaslieferungen aus Russland kommt das Gas aus Norwegen den Niederlanden und Belgien.
  • Russland hatte angekündigt, Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 Ende August für drei Tage zu unterbrechen. Vom 31. August bis zum 2. September werde wegen Wartungsarbeiten kein Gas nach Deutschland fließen, teilte der Staatskonzern Gazprom mit. Am 31. August wurde die Lieferung dann tatsächlich gestoppt - und nicht wieder aufgenommen.
  • Am 25. Juli kündigte der russische Konzern Gazprom an, die Gasmenge vom 27. Juli an auf 20 Prozent der maximalen Kapazität zu senken.
  • Die fast vollständige Befüllung der Speicher vor diesem Winter hält Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, für unwahrscheinlich. "Einen durchschnittlichen Füllstand von 95 Prozent zum 1. November verfehlen wir in all unseren Szenarien."

Bilderstrecke

Das ist die umstrittene Gaspipeline Nord Stream

Gasspeicher in Deutschland aktuell: Das sind die Standorte

Rund 40 Standorte für Gasspeicher listet die Initiative Erdgasspeicher in Deutschland auf.

  • Rönne
  • Etzel
  • Krummhörn
  • Jemgun
  • Nüttermoor
  • Huntorf
  • Harsefeld
  • Reitbrook
  • Bremen-Lesum
  • Kalle
  • Uelsen
  • Epe
  • Xanten
  • Rehden
  • Empelde
  • Kraak
  • Peckensen
  • Rüdersdorf
  • Bernburg
  • Staßfurt
  • Peißen
  • Allmenhausen
  • Bad Lauchstädt
  • Kirchheiligen
  • Reckrod
  • Stockstadt
  • Hähnlein
  • Frankenthal
  • Eschenfelden
  • Sandhausen
  • Fronhofen
  • Wolfersberg
  • Schmidhausen
  • Inzenham
  • Bierwang
  • Breitbrunn

Quelle: Initiative Energien Speichern e.V. (INES), ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher, der nach eigenen Angaben 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten repräsentiert.

Wieviele Erdgas können die Gasspeicher in Deutschland speichern?

Das gesamte Fassungsvermögen an deutschen Gasspeichern liegt laut INES bei rund 23 Milliarden Kubikmetern Gas. Deutschland liege damit auf Rang 4 der weltweiten Speicherkapazitäten. Nur in den USA, der Ukraine und Russland gebe es noch größere Kapazitäten.

Auch der Gasspeicher in Haidach bei Salzburg, der bislang nur an das deutsche Gasnetz angeschlossen war und vor allem Bayerns Haushalte und Industrieunternehmen mit Gas versorgte, ist für Deutschland wichtig. Im Juli erklärte Österreichs Regierung dann, dass man den wichtigen Gasspeicher schnell selbst anzapfen werde.

Wie funktioniert ein Gasspeicher?

  • Um Erdgas in einem Gasspeicher einlagern zu können, wird dieses zunächst einmal gefiltert und verdichtet und dann unter hohem Druck in den Speicher gepresst.
  • Um das stark abgekühlte Gas wieder aus dem Speicher zu bekommen, wird dieses in der Förderanlage erwärmt.
  • Außerdem wird das Gas in Trockentürmen getrocknet - während der Speicherung lagert das Gas nämlich Wasser ein.
  • Anschließend wird das Erdgas - das so genannte Arbeitsgas - über die Leitungen dorthin gepumpt, wo es benötigt wird.

Welchen Füllstand müssen Gasspeicher laut Gesetz haben?

Der Deutsche Bundestag hatte im März das Gasspeicher-Füllstandsgesetz verabschiedet. Nach einer inzwischen erneuerten Verordnung müssen die Betreiber von Gasspeichern bestimmte Füllstandsvorgaben erfüllen, nämlich einen Füllstand von

  • 75 Prozent am 1. September
  • 85 Prozent am 1. Oktober
  • 95 Prozent am 1. November.

Zumindest das September- und das Oktober-Ziel wurden vorzeitig erreicht.

Gasspeicher in Deutschland: Wie kann ein Gas-Notstand verhindert werden?

Wirtschaftsminister Robert Habeck versprach im Juli, die Gasversorgung in Deutschland mit allen Mitteln gewährleisten zu wollen. „Das ist jetzt dieser Moment von 'Whatever it takes', es wird nicht passieren“, sagte er. Als Instrumente stehen der Bundesregierung die Verstaatlichung von Energieversorgern, milliardenschwere Finanzspritzen für den Gasimport, die Umlage der enormen Zusatzkosten auf alle Gaskunden sowie weitere Zuschüsse an die Verbraucher zur Verfügung.