Börse

Dax ohne klare Richtung - Anleger halten sich zurück

22.06.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Die Aktie von Wirecard ist auf der Anzeigetafel der Frankfurter Wertpapierbörse unter den Dax 30-Werten mit dem Kürzel WDI (unten) gelistet. Der Bilanzskandal um den Bezahldienstleister Wirecard hat dessen Aktien am Montag noch tiefer in den Abwärtsstrudel gerissen. Sie büßten im frühen Handel weitere knapp 38 Prozent auf 15,10 Euro ein, nachdem sie bereits am Donnerstag und Freitag um bis zu 82 Prozent eingebrochen waren. Damit schrumpft der Börsenwert auf kn

Nach wie vor steht der Bilanzskandal um Wircard im Fokus. Die Papiere haben sich nun mehr als verdreifacht.

Bild: Arne Dedert, dpa

Nach wie vor steht der Bilanzskandal um Wircard im Fokus. Die Papiere haben sich nun mehr als verdreifacht.

Bild: Arne Dedert, dpa

Ohne klare Richtung hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstagmorgen präsentiert. Bilanzskandal um Wirecard steht weiter im Fokus.

dpa
30.06.2020 | Stand: 10:35 Uhr

Der Dax notierte zuletzt minimale 0,01 Prozent höher bei 12 233,71 Punkten. Zum Wochenstart hatte sich der Leitindex um knapp 1,2 Prozent von seinem Vorwochenverlust erholt. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte gewann am Dienstagmorgen 1,02 Prozent auf 25 930,91 Punkte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 stagnierte auf Vortagesniveau.

Frische Impulse in die eine oder andere Richtung könnte US-Notenbankchef Jerome Powell liefern, der sich allerdings erst nach dem Börsenschluss hierzulande einem Kongressausschuss stellen muss. In dem vorab veröffentlichten Redetext warnte er allerdings vor hohen Unsicherheiten für die größte Volkswirtschaft der Welt. Während des Handels richten sich die Blicke zunächst aber auf die Entwicklung der Verbraucherpreise in der Eurozone sowie auf Daten zum US-Verbrauchervertrauen.

Wirecard-Papiere mehr als verdreifacht

Auf Unternehmensseite bleibt der wegen eines Bilanzskandals ums Überleben kämpfende Zahlungsdienstleister Wirecard im Fokus. Die Aktien zogen auch am Dienstag offenbar die Zocker an. So schnellten die Anteilsscheine zuletzt um 113 Prozent auf 6,95 Euro hoch. Am Montag hatten sich die Wirecard-Papiere zeitweise mehr als verdreifacht und waren mit einem Plus von rund 55 Prozent aus dem Handel gegangen. Zuvor hatten sie binnen weniger Handelstage fast 99 Prozent an Wert eingebüßt. Mittlerweile stellte sich nun die Nordamerika-Tochter Wirecard North America selbst zum Verkauf. Derweil will die britische Finanzaufsicht FCA dem Unternehmen den Fortgang der Geschäfte erlauben.

>> Nach Wirecard-Bilanzskandal: Deutsche Börse überarbeitet Dax-Regeln <<

Bund investiert 300 Millionen Euro in Batteriezellen

Hohe Subventionen für Projekte rund um Batteriezellen trieben die Papiere von Varta über die Marke von 100 Euro. Die bereits tags zuvor stark gelaufenen Aktien sprangen um 5,5 Prozent auf 102,10 Euro auf das höchste Niveau seit Januar. Insgesamt 300 Millionen Euro des Bundes und der Länder sollen an den Varta-Standorten Ellwangen und Nördlingen in die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie "erste industrielle Anwendung" fließen.

Die Aktien von Thyssenkrupp stiegen nach erneuten Spekulationen über die Zukunft der Stahlsparte um 1,7 Prozent. Laut einem Pressebericht lotet der Industriekonzern die Chancen für einen Stahl-Deal mit der schwedischen SSAB aus. Börsianer zeigten sich allerdings wenig überrascht von solch vagen Spekulationen. So hatte die Thyssen-Chefin Martina Merz erst zuletzt erklärt, dass beim Stahlgeschäft erneut "alle Optionen" geprüft würden.

>> Bankenexperte über Wirecard: "Aufsichtsbehörden haben versagt" <<