Betrug bei Wirecard

Früherer Wirecard-Finanzvorstand bestreitet Verstrickung in Skandal

Im Wirecard-Skandal wurde nun der ehemalige Finanzvorstand vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags gehört.

Im Wirecard-Skandal wurde nun der ehemalige Finanzvorstand vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags gehört.

Bild: Peter Kneffel, dpa (Archivbild)

Im Wirecard-Skandal wurde nun der ehemalige Finanzvorstand vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags gehört.

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Seit Monaten ist das Thema Wirecard in den Schlagzeilen, der Skandal beschäftigt den Bundestag. Der frühere Finanzvorstand will vom Betrug nichts gewusst haben.
Im Wirecard-Skandal wurde nun der ehemalige Finanzvorstand vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags gehört.
dpa
28.01.2021 | Stand: 11:55 Uhr

Der frühere Finanzvorstand des Skandalunternehmens Wirecard hat jegliche Beteiligung an dem mutmaßlichen Milliardenbetrug bestritten. Im Untersuchungsausschuss des Bundestags sagte er am Donnerstag, die umstrittenen Treuhandkonten hätten nicht in seinem Aufgabenbereich gelegen. Vielmehr sei der inzwischen untergetauchte Wirecard-Manager Jan Marsalek zuständig gewesen. "Zu keiner Zeit sind mir die derzeit in Rede stehenden kriminellen Machenschaften anderer Personen in der Wirecard AG mitgeteilt, angedeutet oder sonst bekannt geworden", betonte der Finanzvorstand. "Ich hatte davon keine Kenntnis." (Lesen Sie auch: Ex-Wirecard-Chef Markus Braun mauert im Bundestag)

Finanzvorstand: Er habe vom Betrug nicht profitiert

Von dem Verdacht, das Geld auf den Treuhandkonten könnte womöglich gar nicht existieren, sei er völlig überrascht worden. Marsalek habe ihm die Werte auf diesen Konten stets bestätigt. Der Manager betonte zudem, er habe von dem mutmaßlichen Betrug nicht profitiert, habe von Wirecard zu keiner Zeit außervertragliche Zuwendungen oder Darlehen erhalten. Vielmehr seien seine persönlichen Lebens- und Berufsperspektiven "erschüttert und nachhaltig zerstört worden". (Lesen Sie auch: Polizei fasst zwei mutmaßliche Helfer von Marsalek)

Der inzwischen insolvente Dax-Konzern Wirecard soll über Jahre Scheingewinne ausgewiesen haben. Treuhandkonten mit Milliardensummen sollen überhaupt nicht existiert haben. Im Sommer hatte das aufstrebende Fintech Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt - insgesamt könnte es nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sogar um mehr als drei Milliarden gehen.